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Imitat, Zitat, Plagiat und Original in Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit

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Andreas Beck and Nora Ramtke

Dieser Sammelband lotet die facettenreiche Praxis des Imitats, Zitats, Plagiats sowie der Herstellung von ‚Originalen‘ in Literatur und Kultur der Frühen Neuzeit aus. Die versammelten Fallstudien behandeln nicht nur Gegenstände germanistischer Literaturwissenschaft, sie bewegen sich auch auf dem Gebiet anderer Philologien sowie im Bereich von Malerei, Architektur und Druckgraphik. Ihr gemeinsames Anliegen ist, die Epoche der Frühen Neuzeit von ihr eigentümlichen Organisationsformen des künstlerischen Materials her in den Blick zu nehmen. So leistet der Band einen Beitrag zu einer Literatur- und Kulturgeschichte als einer Geschichte künstlerischer Verfahren. Auf einer beiliegenden CD ergänzt eine elektronische Edition der rekonstruierten Originalfassung des ‚Trophaeum Mariano-Cellense‘ den Band.

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Variantenpläne im ‚Dientzenhofer- Skizzenbuch‘ – vom Imitieren zum Inventieren (Daniela Štěrbová)

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Daniela Štěrbová

Variantenpläne im ‚Dientzenhofer-Skizzenbuch‘ – vom Imitieren zum Inventieren

Als sich Erich Hubala 1988 im Rahmen einer Marées-Ausstellung in den Bayerischen Staatsgemäldesammlungen über die Praxis des Kopierens bei Peter Paul Rubens äußerte, ging er zwei wichtige Aspekte der gesamten kunsthistorischen Imitatio-Debatte an.1 Zunächst untersuchte er anhand von einzelnen Beispielen Rubens’ Übergang vom Imitieren zum Inventieren, dessen Voraussetzung er nicht so sehr in einer formalen, sondern vielmehr in einer thematischen Umgestaltung des Vorbildes sah – also in der Herstellung eines neuen Bildthemas. Diesem widmete er auch seine weiteren Überlegungen, wobei er großen Wert darauf legte, das Bildthema vom tradierten ikonographischen Gegenstand bzw. von der literarischen Überlieferung (etwa im Fall antiker mythologischer Sujets) zu trennen und sich so der problematischen Beziehung von Original (hier der literarische Text) und Kopie (hier das Bild) in der Bildkultur zu entziehen. Konkreter Anlass hierzu bot ihm die Ausstellung über Rubens als Kopist von Tizian im Prado 1987, wo Tizian-Bilder ihren Rubens-Kopien gegenübergestellt und zusammen mit den literarischen Quellen präsentiert wurden.2 Eine solche Ausstellungsstrategie ist beim Publikum sehr beliebt und methodologisch besonders lehrreich.3 Im Vergleichen der Objekte besteht nämlich der größte Teil einer kunsthistorischen Arbeit, die an der Rekonstruktion eines Ideen-Entstehungsprozesses interessiert ist. Dass sich dabei die←109 | 110→ Imitatio als häufig beschrittener Weg herausstellt, ist nicht zu bestreiten. Dass sich aber – wie es Hubala für Rubens überzeugend herausgearbeitet hat – damit auch der Weg zur eigenen Invention öffnen kann, zeigt sich...

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