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Die Genese volkswirtschaftlicher Inhalte sowie deren Status quo im Rahmen lernfeldbasierter Curricula des kaufmännischen Berufsbildungsbereichs

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Christoph Maus

Der Autor untersucht den Stellenwert volkswirtschaftlicher Inhalte innerhalb der kaufmännischen Berufsbildung. Während fachorientierte Lehrpläne durch enge inhaltliche Vorgaben gekennzeichnet sind, eröffnen lernfeldbasierte Rahmenlehrpläne mit Blick auf die unterrichtliche Umsetzung unterschiedliche inhaltliche Schwerpunktsetzungen. Der Autor zeichnet die fachliche Genese volkswirtschaftlicher Inhalte nach und prüft, welche Einflussfaktoren die unterrichtliche Relevanz volkswirtschaftlicher Inhalte beeinflussen. In diesem Rahmen stehen personelle Aspekte auf Seiten der Lehrpersonen sowie die Wirkung von Abschlussprüfungen im Fokus der Arbeit.

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3 Zwischenergebnis: Die Bedingungsfaktoren volkswirtschaftlicher Curriculargenese

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Die historische curriculare Genese volkswirtschaftlicher Inhalte innerhalb des kaufmännisch-berufsbildenden Bereichs bis zur lernfeldbasierten Umstrukturierung der curricularen Grundlagen während der 1990er Jahre verläuft heterogen. Während keine historischen Fachtradition vorliegt, ist hinsichtlich fachimmanenter Inhaltsimplementierung eine Wellenbewegung erkennbar, da volkswirtschaftliche Inhalte während des Merkantilismus, beiden Weltkriegen und in der Nachkriegszeit in unterschiedlicher Intensität sowie unterschiedlichen Bildungsgängen curricular vorgesehen sind, wohingegen in den jeweiligen Zwischenepochen kaum volkswirtschaftliche Inhalte in der schulischen Berufsbildung vorliegen. Es sind im Zuge der volkswirtschaftlichen Curriculargenese drei Bedingungsfaktoren zu diagnostizieren, die jeweils Einfluss auf die curriculare Ausgestaltung volkswirtschaftlicher Inhalte ausüben: die konzeptionelle Ausrichtung des jeweiligen Bildungsgangs innerhalb des jeweils aktuellen kaufmännischen Bildungsgefüges, die Einflussnahme durch den Staat als Faktor des inhaltlichen Erkenntnisgegenstands sowie die Intensität der administrativen Differenzierung berufsspezifischer Bildungsgänge, wobei die jeweiligen Auswirkungen der drei angesprochenen Faktoren nicht überschneidungsfrei vorliegen. Der Auslöser einzelner Auswirkungen ist zumeist im Zusammenspiel der Faktorengruppe zu sehen.

Die detaillierte Betrachtung der konzeptionellen Bildungsgangausrichtung differiert zwischen einer bildungsgangübergreifenden und einer bildungsgangspezifischen Perspektive, wobei die Konzeption eines Bildungsgangs hinsichtlich fachpraktischer Berufsbezüge als maßgebliches Differenzierungskriterium dient.

Unter bildungsgangübergreifender Perspektive richtet sich der Fokus auf berufliche Bildungsgänge im Rahmen des gesamten kaufmännischen Bildungssystems. Die praxisorientierte Zielsetzung beruflicher Bildungsgänge bedingt eine tendenzielle Unvereinbarkeit volkswirtschaftlicher, modellhafter Inhalte mit praktisch ausgerichteten Bildungsgangkonzeptionen. Bildungsgänge mit höheren Einstiegsvoraussetzungen und tendenziell geringerer praxisorientierter Inhaltsstruktur weisen durchweg höhere Anteile volkswirtschaftlicher Inhalte auf, wohingegen berufliche Nützlichkeitsbestrebungen...

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