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Die Ausprägung des Gläubigerschutzes in der geschichtlichen Entwicklung des Aktienrechts

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Maike Sauter

Die Autorin untersucht die Entwicklung gläubigerschützender Normen in der Geschichte des Aktienrechts. Es werden Elemente der Chaostheorie, Evolutionswissenschaft und der Pfadabhängigkeit zu einem dogmatischen Grundgerüst der Entwicklung von Rechtsnormen kombiniert und rechtliche Normen und Regelungen des Aktionärsschutzes zu regulatorischen Wirkungseinheiten zusammengefasst. Die Autorin erklärt Entstehungsmuster für identifizierte Paradigmen. Methodisch wird die zweihundertjährige Geschichte der aktienrechtlichen Gläubigerschutzregelungen in Deutschland erfasst und ihre aktuelle Bedeutung und Zukunftsfähigkeit bewertet. Die Untersuchung ist deshalb zugleich historisch und von besonderer Aktualität.

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C. Gesetzlicher Gläubigerschutz im Aktienrecht

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C. Gesetzlicher Gläubigerschutz im Aktienrecht

Das heutige deutsche Aktienrecht enthält zahlreiche Rechtsinstitute, die dazu dienen, die Gläubiger einer Aktiengesellschaft vor verschiedenen (Vermögens-)Gefahren zu schützen. Hierbei ist zunächst ist mit Steffek zu konstatieren, dass das Primärinteresse aller Gläubiger zunächst einmal die Befriedigung ihrer Forderungen ist.290 Darüber hinaus stehen jedoch folgende Fragen zur Beantwortung an. Warum werden bestimmte Gläubiger, Gläubigergruppen oder auch alle Gläubiger einer Aktiengesellschaft im Aktienrecht anders geschützt, als die Gläubiger von Privatpersonen oder auch von Personenhandelsgesellschaften?291 Das Aktiengesetz selbst enthält weder eine Legaldefinition des Begriffs des „Gläubigers“, noch eine Unterscheidung zwischen verschiedenen Gruppen von Gläubigern von Aktiengesellschaften (vgl. I.). Die spezifischen Gefahren für Gläubiger von Kapitalgesellschaften werden unter II. herausgearbeitet. Aus diesen Gläubigergefahren resultieren Kritikpunkte, die häufig in eine Kritik des Gläubigerschutzsystems im Aktienrecht insgesamt münden (vgl. III).

I. Der Gläubigerbegriff und Gläubigergruppen im Aktienrecht

Die Gläubiger einer deutschen Aktiengesellschaft werden durch das Aktienrecht besonders geschützt. Diese im Grundsatz wohl unstreitige Aussage muss allerdings inhaltlich ausgefüllt werden: Wie können diejenigen Normen des Aktienrechts herausgelöst und in ihrer historischen Entwicklung analysiert werden, die spezifisch gläubigerschützende Wirkung haben? Alle Rechtsinstitute, die dazu beitragen, stabile Aktiengesellschaften am Markt zu erhalten, wirken insofern gläubigerschützend, als solvente Unternehmen gemeinhin ihre Verbindlichkeiten gegenüber ihren Gläubigern erfüllen können und...

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