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Friesische Händler und der frühmittelalterliche Handel am Oberrhein

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Jens Boye Volquartz

Die Studie befasst sich mit dem oberrheinischen Ausläufer des sonst eher im Nordseeraum wahrgenommenen Friesenhandels. Die friesischen Handelsaktivitäten als Vorgänger des Hansehandels annehmend analysiert der Autor die Handelsorganisation der Friesen fern ihrer Heimatregion und die Interdependenzen zwischen dem von ihnen getragenen Fernhandel und der städtischen Entwicklung der oberrheinischen Bischofsstädte Mainz, Worms, Straßburg und Basel. Die Ergebnisse veranschaulichen nicht bloß Handelsrouten, Logistik, Warensortiment und Vertriebssystem friesischer Händler auf der Rheinroute, sondern auch deren Wirkung am Oberrhein, insbesondere hinsichtlich der Ausprägung eines zur frühmittelalterlichen Zeit einzigartigen Städtetypus, dessen Spuren noch heute im Stadtbild sichtbar sind.

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3. Handel am Oberrhein des Frühmittelalters

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3.   Handel am Oberrhein des Frühmittelalters

Nachdem im vorigen Kapitel der theoretische Hintergrund und die entsprechenden Modelle hauptsächlich zu den allgemeinen frühmittelalterlichen Handelsstrukturen und lediglich nebensächlich die Rolle des Oberrheins behandelt wurden, soll in diesem Kapitel mithilfe des entworfenen Theoriekonstrukts der Oberrhein näher betrachtet werden. Das Ziel ist es, Erkenntnisse darüber zu gewinnen, wie sich die beschriebenen Makroprozesse auf und in einem regional begrenzten Raum auswirkten. Im Falle des Handelssystems wird hierbei untersucht, wie die Fernhändlergruppe der Friesen, die in diesem Kontext einen von außen in ein regionales System eindringenden Fremdkörper darstellen, mit den bereits vorhanden Strukturen interagierte und welche Wirkungen ein solch fremdes Element hinterließ. Wurde der regionale Untersuchungsraum durch das eingangs definierte Gebiet des Oberrheins festgelegt, wird der zeitliche Rahmen durch die Zeit des friesischen Wirkens in diesem Raum bestimmt, also dem Zeitraum zwischen der zweiten Hälfte des 8. und der ersten Hälfte des 10. Jahrhunderts. Der Aufbau folgt hierbei einem Schema, das zuerst danach fragt, wo sich der Oberrhein innerhalb des größeren frühmittelalterlichen Handelsroutennetzes befand, dann die Frage stellt, wer am Oberrhein die maßgeblichen Handelsakteure waren und welche Gemeinsamkeiten und Unterschiede zwischen ihnen bestanden, klärt, was in dieser Region gehandelt wurde, und schließlich die eigentlichen Handelsknotenpunkte der Bischofsstädte untersucht, wobei ein besonderes Augenmerk auf die Kaufmannssiedlungen gerichtet wird als Kontaktbereich zwischen Handel und Stadt.

3.1   Handelsrouten des Oberrheins

Die Annahme...

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