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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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A. Einleitende Überlegungen

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A.1. Einleitung

1.1. Themenumriss

Ausstellungen bilden eine der wichtigsten Säulen der Museumsarbeit und sind seit dem letzten Viertel des vergangenen Jahrhunderts generell als kulturtouristischer Aspekt und Publikumsmagnet von Museen in den Fokus des wissenschaftlichen und öffentlichen Interesses gerückt. Österreichische Landesausstellungen zeigen sich hier vordergründig als von der Institution Museum weitgehend unabhängige Ausstellungsform und zählen mittlerweile zum traditionellen Kanon der vielseitigen österreichischen Kulturlandschaft. Ihre inzwischen Jahrzehnte währende Tradition im deutschsprachigen Raum legitimiert das kulturgeschichtliche wie auch kommunikationswissenschaftliche Interesse, nach ihren Ursprüngen und ihrer Spezifik zu fragen. Während ungarische Landesausstellungen1 und Schweizer „Landi“ und „Expo“2 sich weitgehend in der Tradition der Gewerbeausstellungen des 19. Jahrhunderts bzw. der modernen Weltausstellungen bewegen, so scheinen die österreichischen Landesausstellungen des 20. Jahrhunderts einen eigenen, davon abweichenden Weg eingeschlagen zu haben, dessen Beispiel sich bald nach Deutschland ausweitete. Nicht jedoch eine vergleichende europäische Kulturgeschichte der Landesausstellung, sondern eine Studie des österreichischen Fallbeispiels – nämlich die Entstehung, Funktion und regionale Bedeutung österreichischer Landesausstellungen – soll hier im Vordergrund stehen.

Der Betrachtungszeitraum wird eingangs grob auf die zweite Hälfte des 20. Jahrhunderts festgelegt, um dann zu einem späteren Zeitpunkt weiter spezifiziert zu werden, da die Entstehung „der“ österreichischen Landesausstellung noch umstritten ist: Vorderer Ankerpunkt sei erst einmal die Nachkriegszeit und die Gründung der Zweiten Republik. Erst in einer angemessenen Langzeitbetrachtung österreichischer Landesausstellungen wird sich zeigen, dass im Laufe der Jahrzehnte bestimmte Aspekte und Wirkungsbereiche hervortreten, die sich als Schl...

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