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Österreichische Landesausstellungen

Entstehung, Funktion & regionale Bedeutung

Regina Stein

Nahezu jeder in Österreich kennt sie: Landesausstellungen. Doch weshalb und durch wen werden sie organisiert und was macht sie so besonders? Seit wann und an welchen Orten finden Landesausstellungen statt und welchen Nutzen bringen sie in der Peripherie? Auf welche Weise verändern sie Blickwinkel – und sind Landesausstellungen heute nicht eigentlich überholt?

Diesen und anderen Fragen geht die Autorin in ihrer Studie nach: Sie befragt Ausstellungskuratoren und Kulturpolitiker, Architekten und Gestalter, Denkmalpfleger und Tourismusplaner, recherchiert auf Burgen, in Museen, Archiven, Klöstern, Kirchen, Gärten, Bergwerken und Kasematten – und stößt auf ein facettenreiches und buntes Bild lebendiger regionaler Identitäten, die zusammen eines ausmachen: das Kulturland Österreich.

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D. Denkmalpflege und Architektur

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D.1. Zum Verhältnis von Denkmalpflege und Architektur bei Landesausstellungen

Betrachtet man die Stätten, an denen Landesausstellungen stattgefunden haben, so sticht eine nicht unbeträchtliche Zahl (ehemals) sakraler Orte heraus725 – die Mehrzahl der Landesausstellung jedoch findet an weltlichen Orten statt, die fast immer eines gemeinsam haben: ihre Hervorhebung als historisch bedeutsamer Ort, als erhaltenswertes und schützenswertes historisches Baudenkmal oder gar Ensemble. Es gibt kaum eine Landesausstellung, die nicht oft schon Jahre zuvor mit umfangreichen Restaurierungs- und Denkmalpflegemaßnahmen einhergeht und so einen engen Zusammenhang zwischen praktischer Denkmalpflege und Erhalt von Kulturerbe schafft. Auch wenn die Denkmalpflege und insbesondere die Baudenkmalpflege in Österreich schon eine rund hundertjährige Tradition hatte726, so war eine grundsätzliche Verbindung von Landesausstellung und Denkmalpflege nicht immer und überall gegeben: Noch zu Beginn in den 1960er Jahren fanden beispielsweise in der Steiermark die ersten Landesausstellungen in Museums- oder Messegebäuden statt, also nicht in primär zu revitalisierenden historischen Gebäuden. Hier stand mit Unterstützung des Kulturpolitikers Hanns Koren in erster Linie das Thema im Mittelpunkt des Interesses: Die steirische Landesausstellung „Der steirische Bauer“ (1966) wurde noch in der Industriehalle (Messehalle) abgehalten, die innerhalb von drei Monaten leer geräumt und mit Ausstellungsmobiliar versehen werden musste, um anschließend wieder für die Herbstmesse genutzt zu werden. Erst später, ab 1978 mit dem Herausgehen in die Region, wurde unter Kurt Jungwirth bewusst auf das Konzept der Revitalisierung zurückgegriffen und auch entsprechend in den Landesausstellungskatalogen betont727 und somit...

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