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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Die Familie neu erzählen – zum mehrperspektivischen Erzählen in Familiengeschichten des neuen Jahrtausends (Filomena Viana Guarda)

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Filomena Viana Guarda (Lissabon, Portugal)

Die Familie neu erzählen – zum mehrperspektivischen Erzählen in Familiengeschichten des neuen Jahrtausends

Gleich am Anfang dieses Jahrtausends verkündete Jörg Magenau die Rückkehr Deutschlands „in die zivile Völkergemeinschaft und in die Normalität“ und fügte hinzu, es sei „wieder möglich von sich selbst zu sprechen, ohne immer gleich über den Faschismus reden zu müssen“(Magenau, S. 56–57). Zu dieser Zeit begann die Literaturkritik auch von einer ,Renaissance des Familienromans’ zu sprechen, da klar wurde, dass sich der literarische Diskurs über die Familie verändert hatte. Viele Familienromane,1 die seitdem erschienen sind, zeigen immer stärker, dass es unmöglich geworden ist, eine einzigartige und hierarchisierte Familiengeschichte zu erzählen. In dem im Juni 2005 erschienenen Manifest „Was soll der Roman“ von Martin R. Dean wird dementsprechend an einen „relevanten Realismus“ appelliert, der „die zwar unbequeme, aber aufregende Gegenwart zum zentralen Ort des Erzählens und des Erzählten“ macht (Zeit online, Web).2 In vielen zeitgenössischen Familiengeschichten wird dieses realistische Programm teilweise durch neue Darstellungsformen erreicht, die dazu fähig sind, gültige Antworten auf die Problemkomplexe der heutigen Zeit zu liefern. Im Folgenden soll diese Paradigmenänderung anhand zweier Romanbeispiele verdeutlicht werden: Houwelandt von John von Düffel (2004) und Ostersonntag von Harriet Köhler (2007). Beide Texte zeigen komplexe Erzählstrukturen, eine multiperspektivische Sichtweise auf die erzählte Familie3 und ein Blick auf die Gegenwart.←127 | 128→

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