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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Der Blick auf die Identität in der Fremde. Die Suche nach einer neuen Heimat in Yadé Karas Selam Berlin und Wladimir Kaminers Russendisko (Reem El-Ghandour)

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Reem El-Ghandour (Kairo, Ägypten)

Der Blick auf die Identität in der Fremde. Die Suche nach einer neuen Heimat in Yadé Karas Selam Berlin und Wladimir Kaminers Russendisko

Heimat ist wie Fremde ein immer wieder thematisierter Aspekt im Zusammenhang von Migrationsliteratur. Heimat – laut Lexikon ist „ein Land, Landesteil oder Ort, in dem man (geboren und) aufgewachsen ist oder sich durch ständigen Aufenthalt zu Hause fühlt.“ Im allgemeinen Sprachgebrauch ist Heimat in erster Linie auf den konkreten Raum bezogen, dem der Mensch zugeordnet ist, in dem er Rechte und Pflichte hat und der ihm aber auch seine Identität und Sicherheit bietet. Das Wort Heimat beinhaltet aber viel mehr: Sprache, Rituale, Religion und Geschichte, und lässt viele Assoziationen zu.

Viele Deutsche mit Migrationshintergrund haben folglich Schwierigkeiten mit diesem Begriff, denn Heimat umfasst sowohl das individuelle Empfinden als auch die kollektive Identität. Infolge der Migrationsbewegungen sind die Migranten auf der Suche nach einem Lebensraum, wo sie sich heimisch fühlen können, „aber ein Heimatbegriff, der wandelt sich“.1

Die Definition der Heimat beinhaltet unterschiedliche Auslegungen. An den äußersten Rändern des Bedeutungsspektrums von Heimat stehen zwei unterschiedliche Auffassungen: Die eine sieht Heimat als „Form der inneren Einstellung“, die „weithin an Erinnerungen festgemacht“ wird. Die andere Annahme sieht Heimat als „Ausdruck von Lebensqualität“, die an „äußre Bedingungen gebunden“ wird und die sich jeder schaffen kann und muss.2 Was vorherrscht also, sind Auffassungen von Heimat als Raum, der...

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