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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Identität im Liminalen in den Dramen Roland Schimmelpfennigs (Zbigniew Feliszewski)

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Zbigniew Feliszewski (Katowice, Polen)

Identität im Liminalen in den Dramen Roland Schimmelpfennigs

Roland Schimmelpfennig hat sich einen relativ festen Platz in der deutschen und europäischen Theaterlandschaft erarbeitet. Seine Poetik ähnelt in vielerlei Hinsicht einer „gemeinen Verhörmethode: Er bringt die Natur der mittleren Menschen zum Sprechen und Klagen, indem er sie in den Rausch und die Geselligkeit versetzt.“1 Tatsächlich machen viele seiner Dramen den Eindruck, als hätte sich der Autor mit einem Aufnahmegerät unter die Menschenmenge gemischt, um die Gesprächsfetzen der zufällig Begegneten aufzuzeichnen. Er nimmt die Reden auf, um sie dann mehrfach zu multiplizieren, um sie dann in den Mund anderer zu stecken, unter die Lupe zu nehmen, um schließlich in dem quasi Zufälligen, Banalen, ja Trivialen das über das Triviale hinausgehende, das Ontologische, und nicht zuletzt das Magische erblicken zu lassen.

Seine Texte sind zusammengestellte Sprachgefüge, in denen das Phantastische und Symbolische sich mit dem Realen in einer Symbiose verbinden, die, wie Peter Michalzik vermerkt, „Transzendenz im Hiesigen“2 sichtbar macht. Denn Schimmelpfennigs größtes Verdienst ist wohl die Fähigkeit, den Menschen in Ursituationen zu zeigen, so in verrätselten Stücken mit üppiger Metaphorik wie in Dramen mit stärkerem Realitätsbezug. Dies zu vereinen, verdankt er nicht zuletzt der feinen Komposition seiner Stücke, seiner Fähigkeit mit der „Zeit umzuspringen“3, die Zeit stehen zu lassen, über sie omnipotent zu verfügen, ihre Linearität und Zyklizit...

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