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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Das Schweigen am Rand der Wörter. Über Friederike Mayröcker und ihre Lesart des Werkes von Jacques Derrida (Michael Fisch)

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Michael Fisch (Kairo, Ägypten)

Das Schweigen am Rand der Wörter. Über Friederike Mayröcker und ihre Lesart des Werkes von Jacques Derrida

1. Jacques Derrida und die »différance«. Kurze Einführung in dessen Problematisierung von »logos« und »mythos«

Jacques Derrida war ein französischer Philosoph, der als Begründer und Hauptvertreter der Dekonstruktion gilt. Sein Werk beeinflusste maßgeblich die Philosophie und Literaturwissenschaft in Europa und den USA – und eben auch das Werk von Friederike Mayröcker.

Jacques Derrida übernahm die These vom Tod des Autors, die Roland Barthes 1968 zuerst formulierte und widmete sie dahingehend um, indem die Besonderheit des Textes als einer Schrift (und nicht als Sprache) in der Auslöschung des Eigennamens sieht, im Fehlen der Vaterschaft. Weil die Schrift nach Derrida immer schon eine Waise ist, hat sie ihren Vater (also den Autor) gemordet. Der Autor verbirgt den Tod, der immer schon im Text am Werk ist.

Derrida brachte es auf den Punkt, indem er sagte, die Logik der Schrift sei unlogisch, denn jeder Text ist auf einen anderen Text hin offen. Jeder Text verwandelt sich in ein Gewebe aus Zitaten, also aus vorgefundenem Material, denn nichts ist mehr neu und alles ist schon einmal gewesen. Schrift (als Text) könne darum nur im Plural auftreten, was bedeutet, dass sie entweder zahlreich oder gar nicht ist. Der Text ist demnach eine Mischform und besteht aus Philosophie, Psychologie, Soziologie, Psychoanalyse, Linguistik, Religion und so weiter...

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