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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Mediatisierte Subjektivität. Literarische Identitäts(de)formationen im Spiegel der digitalen Revolution bei Elfriede Jelinek und Thomas Meinecke (Björn Hayer)

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Björn Hayer (Landau, Deutschland)

Mediatisierte Subjektivität. Literarische Identitäts(de)formationen im Spiegel der digitalen Revolution bei Elfriede Jelinek und Thomas Meinecke

An das digitale Zeitalter knüpfen sich Heilsvorstellung wie Untergangsvisionen gleichermaßen. Wohingegen die Idee eines „Computopia“1 den Wunsch nach einem völligen „Gehirn-Werden einer Welt“2 und damit der Loslösung des Geistes aus den Fesseln der Biologie prononciert, bringt der Cyberspace für Kulturkritiker zugleich die Gefahr der Derealisierung und gesellschaftlichen Isolation mit sich. Bezüglich der Frage nach den Effekten der Virtualität auf die Realwelt stehen sich Pessimisten und Optimisten seit Entwicklung des Internets diametral gegenüber.

Was die Opponenten eint, ist die technopsychologische Ausgangsvoraussetzung. Ob Medien als Übermittler von Botschaften nun negative oder positive Einflüsse auf ihre Benutzer ausüben – immer fungieren sie als „sinnmiterzeugende“3 Instanzen. Nachdem die digitale Revolution alle Bereiche des Daseins erfasst hat, gilt es zu untersuchen, inwiefern gerade das „alte“ Medium des gedruckten Textes auf die neuen Kommunikationstechniken reagiert. Der vorliegende Beitrag bildet mit Elfriede Jelineks Winterreise und Thomas Meineckes Lookalikes zwei kontrastive Positionen ab, die beispielgebend Utopie und Dystopie des neuen Medienzeitalters in der zeitgenössischen Literatur umreißen.

1. Thomas Meinecke: Lookalikes

Bereits auf der Ebene der Struktur adaptiert Thomas Meineckes Roman eine markante Oberflächenkonstruktion des digitalen Zeitalters, die sich als Twitter-Ästhetik beschreiben lässt. Statt auf einer linearen Handlung fußt der Text auf Gesprächsfragmenten, welche sich die...

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