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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Die wilden 80er Jahre im Rückblick. Intermediales Verorten kollektiver Identität in aktuellen deutschsprachigen Graphic Novels (Charlotte Krauss)

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Charlotte Krauss (Freiburg, Deutschland)

Die wilden 80er Jahre im Rückblick. Intermediales Verorten kollektiver Identität in aktuellen deutschsprachigen Graphic Novels

Derzeit thematisieren viele deutschsprachige Graphic Novels die 1980er Jahre. Das mag daran liegen, dass die neue Generation deutschsprachiger Comiczeichner, die erstmals auch international Erfolg hat1, ihre Kindheit und Jugend in den 1980er Jahren erlebte – viele Werke sind autobiographisch. Weiterer Grund dürfte der als Epochenschwelle empfundene Mauerfall 1989 sein. Davor Erlebtes scheint gerade heute nach einer rückblickenden (Neu-)Interpretation zu verlangen. Allerdings variiert die Darstellungsweise der Geschichte ebenso wie der dem Leser ermöglichte Zugang, wie in der Folge an einigen Beispielen gezeigt wird.

Großen Erfolg hat Flix alias Felix Görmann mit Da war mal was. Erinnerungen an hier und drüben, dreiseitige Erzählungen aus der Ich-Perspektive, die ab 2006 im „Tagesspiegel“, 2009 als Buch erschienen. Flix berichtet von seiner Erinnerung an die DDR und lässt andere Menschen zwischen 20 und 30 Jahren zu Wort kommen.2 Verbindend wirkt der an der Ligne claire ausgerichtete klassische Stil und die Nähe zum amerikanischen Comicstrip, dessen starke Abstraktion die Identifikation erleichtert, zumal jeder Leser sich selbst irgendwo im breiten Spektrum der Erzählungen verorten kann. Dass das Konzept der privaten Geschichte im öffentlichen Raum aufgeht, belegt die Reproduktion auf großformatigen Plakaten, die vom Goethe-Institut weltweit gezeigt werden.

Mit seiner Familiengeschichte setzt sich Simon Schwartz in drüben! auseinander. Der 1982 in Erfurt geborene Autor reiste als Kleinkind...

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