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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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„Ich finde keinen Raum in dieser verbrauchten Sprache“. Aspekte des Spracherlebens in literarischen Sprachbiografien (Rossella Pugliese)

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Rossella Pugliese (Rende, Italien)

„Ich finde keinen Raum in dieser verbrauchten Sprache“1. Aspekte des Spracherlebens in literarischen Sprachbiografien

1. Migration – Sprache – Identität

In unserer durch globale Migration geprägten Gesellschaft werden neue, transnationale Räume geschaffen, in denen neue Lebensweisen und hybride Identitäten zum Ausdruck kommen. Bei der Konstruktion neuer sozialer Szenarien und multipler Identitäten nimmt Sprache eine fast existenzielle Rolle ein.Die Beziehung zwischen Sprache und Migration ist daher zum Untersuchungsgegenstand in der wissenschaftlichen Debatte verschiedener Fachbereiche geworden.

2. Biografie – Sprache – Spracherleben

Im vorliegenden Beitrag steht die Sprache literarischer Sprachbiografien im Zentrum der Aufmerksamkeit, insbesondere sollen einzelne Aspekte des Spracherlebens fokussiert werden. Laut Brigitta und Thomas Busch wird „im Prozess des Erzählens, Objektivierens, und (Re-)Interpretierens […] Entlastung“ gesucht, um „eine gewisse Eigenmacht gegenüber dem Erlebten zu gewinnen.“2

Anhand einer konkreten literarischen Sprachbiografie, der des Schriftstellers Franco Biondi, soll gezeigt werden, wie die genannte Beziehung zwischen Spracherleben und Biografie zum Ausdruck gebracht wird. Es soll die dialogische Sprache des gegenseitigen Verstehens3 dargestellt werden, die „die Kluft der←383 | 384→ Sprachen“4 zu überwinden, und Sprachbarrieren im Kontext transkulturellen Schreibens zu überwinden vermag.

3. Sprachbiografien5 – empirisch vs. literarisch

In den als „sprachliche Rekonstruktion“6 verstandenen Sprachbiografien wird der Spracherwerb als Teil der individuellen Geschichte konzipiert, d. h., es stehen überwiegend prozessuale Aspekte der persönlichen Mehrsprachigkeit im Fokus der Aufmerksamkeit. Thüne unterscheidet diesbezüglich zwei Arten von Sprachbiografien:...

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