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Akten des XIII. Internationalen Germanistenkongresses Shanghai 2015 - Germanistik zwischen Tradition und Innovation

Band 10

Series:

Jianhua Zhu, Michael Szurawitzki and Jin Zhao

Der Band dokumentiert die Sektionen aus dem Bereich Literaturwissenschaften auf dem IVG-Kongress 2015. Er beginnt mit der Sektion «Experimentelle Gegenwartsliteratur». Darauf folgt die Sektion «Neue Realismen. Formen des Realismus in der Gegenwartsliteratur», bevor die Sektion «Ökologie und Umweltwandel in der deutschsprachigen Gegenwartsliteratur» dokumentiert wird. Die Sektion «Entwicklungstendenzen der deutschen Literatur nach 1989/90. Neueste deutschsprachige Literatur als Speicher zeitgenössischer Identitätsmodelle» beschließt den Band.

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Identitäten im Dialog – Zafer Şenocaks Gefährliche Verwandtschaft und Monika Marons Pawels Briefe (Franziska Stürmer)

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Franziska Stürmer (Würzburg, Deutschland)

Identitäten im Dialog – Zafer Şenocaks Gefährliche Verwandtschaft und Monika Marons Pawels Briefe

Die Suche nach einer Antwort auf die scheinbar einfache Frage: ‚Wer bin ich?‘ erscheint, besonders heutzutage, oftmals erschwert, etwa durch den zunehmenden Wegfall tradierter Orientierungsmuster und Leitbilder, durch eine Pluralisierung verschiedenster Anforderungen und Lebenssituationen, in denen es sich rollengerecht zu verhalten gilt, und nicht zuletzt durch gesteigerte Mobilität und wachsende kulturelle Hybridisierungen, die sowohl das Individuum als auch sein Umfeld betreffen. Anstelle einer Identität wird so von einem „Patchwork der Identitäten in der Spätmoderne“ (Keupp) ausgegangen1, oder aber von Identität als einem Balanceakt (Krappmann)2; im Vordergrund steht hierbei hauptsächlich die Anpassung an und der Umgang mit realen Kommunikationssituationen und den hierin von außen an das Individuum herangetragenen Vorstellungen und Erwartungen. Auch in Situationen, in welchen keine reale Interaktion stattfindet, besteht jedoch natürlich ein Empfinden für die eigene Identität fort. In diesem Fall sind, wie schon Strauss herausgestellt hat, stets mitgedachte „unsichtbare Dritte“ anwesend, denen gegenüber wir uns positionieren.3 Der tatsächliche Dialog einer Konfrontation zwischen Individuum und Umwelt wird so zu einem nur fingierten Zwiegespräch, im Verlauf dessen auch verschiedene Identitätsentwürfe erprobt werden können. Die Antwort auf die eingangs gestellte Frage: ‚Wer bin ich?‘ lautet in diesem Sinne: Wir sind „die Geschichten, die wir über uns zu erzählen vermögen“.4 Das hebt ab auf die ständige Revision,...

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