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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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„Luther in Katharina von Bora, durch sein Haus, zu schreiben“. Die Rezeption der Katharina von Bora bei Jochen Klepper – eine Konstruktion, ihre Geschichte und ihre Anwendung(en) (Gabriele Jancke)

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Gabriele Jancke

„Luther in Katharina von Bora, durch sein Haus, zu schreiben“ Die Rezeption der Katharina von Bora bei Jochen Klepper – eine Konstruktion, ihre Geschichte und ihre Anwendung(en)

Abstract: The essay focuses on Katharina von Bora, who was married to Martin Luther and who has been the subject of several studies since the 16th century, although the main focus has always been on Luther. Jochen Klepper’s novel fragment about Bora will be explored within this context and discussed in regards to his approach to this specific Lutheran tradition, particularly in reference to the parsonage, before being reconstructed as a (planned) literary speech act based on existing statements. This will demonstrate Klepper’s original intention of letting this novel serve as an intervention in society, thus presenting an alternative to the Nazis’ understanding of the state and society by continuing where his novel Der Vater (The Father) left off in its use of fundamental metahistorical societal categories grounded in religion. These categories include the “office” (Amt) he assigned himself as a poet in analogy to a prophet or pastor, as well as the “house” (Haus) as main concepts.

In diesem Beitrag soll es um Katharina von Bora gehen, also um die Frau, die mit Martin Luther verheiratet war. Bei näherem Hinsehen zeigt sich, dass in Darstellungen über Bora Luther nicht nur mit thematisiert wird, sondern tatsächlich sogar das eigentliche Thema abgibt (also nicht sie selbst). Das Bora-Bild ist kaum durch seriöse historische...

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