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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Krise des Luthertums in einer heterodoxen religiösen Landschaft Schlesien und das östliche Europa am Vorabend des 30 jährigen Krieges (Klaus Garber)

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Klaus Garber

Krise des Luthertums in einer heterodoxen religiösen LandschaftSchlesien und das östliche Europa am Vorabend des 30jährigen Krieges

Abstract: Lutheranism in Eastern Central Europe was (and is) a special case, as this can be seen as a somewhat heterodox region. The areas of Legnica (Liegnitz), Brzeg (Brieg), Złotoryja (Goldberg) in Silesia serve here as an example of the problems Lutherans faced in their relationship with the Reformed church. Humanists observed these denominational conflicts with a keen eye and drew their own conclusions, laying the foundations for a post-denominational Christianity around 1600 which gradually led to enlightenment.

Raumkundliche Betrachtung

„Die Weltwirkung der Reformation“. So lautet der berühmte Titel eines Buches aus der Feder von Gerhard Ritter, das im Jahr 1941 erstmals erschien und mehrere Auflagen erlebte. Wir beschreiten den umgekehrten Weg, blicken nicht in die Welt, sondern in die Region. Und das mit einer gezielten Frage. Wie nimmt das Luthertum, wie nehmen die Lutheraner sich wenige Dezennien nach dem Auftreten Luthers aus? Nicht was sie denken interessiert primär, sondern wie sie sich verhalten. Und das im Umgang mit Glaubensgenossen, die sich nicht explizit zu Luther bekennen, von ihm fortführende Wege beschreiten. Fragen dieser Art setzen ein fest umrissenes Beobachtungsfeld voraus. Als solches haben einzelne Städte und Territorien zu gelten. Ihre Auswahl aber gehorcht einer einzigen Vorgabe: Es muß ein buntes religiöses Leben herrschen, nicht Uniformität. Das klassische Muster einer multikonfessionellen und multireligiösen...

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