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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Nietzsches Luther. Zum umwerterischen Umgang mit Erich Schmidt, Friedrich von Hellwald, Jacob Burckhardt, Johannes Janssen und Hippolyte Taine als Quellen zur Geschichte der frühen Neuzeit (Andreas Urs Sommer)

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Andreas Urs Sommer

Nietzsches LutherZum umwerterischen Umgang mit Erich Schmidt, Friedrich von Hellwald, Jacob Burckhardt, Johannes Janssen und Hippolyte Taine als Quellen zur Geschichte der frühen Neuzeit*

Abstract: Friedrich Nietzsche liked to refer to Luther with the goal of lending him new meaning. This essay explores how, in his late works, Nietzsche used works about the history of culture by Erich Schmidt, Friedrich von Hellwald, Johannes Janssen, Jacob Burckhardt and Hippolyte Taine to shape his image of Luther. This will not be a critical analysis of the sources from which Nietzsche drew his information. Instead, this essay will focus on the question of what way and to what purpose he used this information, while making it part of his own philosophical and political agenda.

1.

Nietzsches Luther ist kein unschuldiger geistesgeschichtlicher Gegenstand, der auf Anhieb zu einer nüchtern-kühlen Erörterung einlädt – wie beispielsweise die Themen „Nietzsche und Théodule Ribot“,1 „Nietzsche und Ernest Renan“2 oder „Nietzsche und Edward Gibbon“3. Wer sich in der Vergangenheit auf „Nietzsche und Martin Luther“ eingelassen hat, verfolgte oft nicht bloß gelehrte Interessen, sondern eine eigene weltanschauliche Agenda.

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