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Luther

zeitgenössisch, historisch, kontrovers

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Edited By Richard Faber and Uwe Puschner

Die Bundesrepublik Deutschland blickt seit neun Jahren auf Luther und das 500. Reformationsjubiläum. Im letzten Jahr der sogenannten Luther-Dekade erscheint dieser um Historisierung, Kontextualisierung und Entmythologisierung Luthers im Besonderen, der Reformation im Allgemeinen bemühte, interdisziplinäre und interkonfessionelle Sammelband. Er hinterfragt Personenkult und reformatorische Exklusivität. Reformation gibt es synchron wie diachron nur im Plural. Schon zeitgenössisch stehen Reformierte, Täufer und Non-Konformisten nebeneinander, gemeinsam mit Reformkatholizismus und Humanismus. Von letzterem vor allem nahmen Aufklärung, Menschenrechte und Demokratie ihren Ausgang.

Der Sammelband widmet sich zudem dem obrigkeitlichen, staatskonformen, nationalistischen und rassistischen Luthertum, u.a. den in seinem Zeichen stehenden Jubiläen zurückliegender Jahrhunderte. Die visuelle Propaganda der Reformationsepoche wird kritisch analysiert, namentlich die Cranach-Werkstatt in den Blick genommen. Auch die Bedeutung der Lutherschen Bibelübersetzung wird relativiert und dem Wittenberger Reformator überhaupt eine Anzahl anderer bedeutender Personen wie Pico della Mirandola, Erasmus, Castellio und Spee an die Seite und ihm gegenübergestellt. Problematisiert werden schließlich Luthers Radikalisierung altkirchlicher Traditionen insbesondere des Nominalismus und Augustinismus.

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Sebastian Castellio. Vordenker und Kämpfer für religiöse Toleranz im konfessionellen Zeitalter (Uwe Plath)

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Uwe Plath

Sebastian Castellio Vordenker und Kämpfer für religiöse Toleranz im konfessionellen Zeitalter

Abstract: Sebastian Castellio (1515–1563) was a man after the heart of Erasmus: he was a Christian humanist, philologist, educator, and theologian. He became famous through his fight for religious tolerance, which he waged against Calvin and Beza after Servetus was burned in Geneva. His reaction to this of “killing a man is not to defend a doctrine, it is killing a man” is still impressive today, more than 450 years later. Although Castellio’s educational works and particularly his Latin Bible translation continued to be printed in Germany until the 18th century and have been used in many European countries for teaching religion and Latin, and although his arguments for tolerance and freedom of conscience are especially important today, he remains largely unknown in Germany and has been rejected as an opponent of Calvin by Protestants, who are predominantly unfamiliar with his writings.

1. Einleitung: Castellio heute

„Castellio, nicht Calvin, ist der Autor der Stunde.“ – So hat der Würzburger Theologieprofessor Klaas Huizing kürzlich geurteilt und sich dabei vor allem auf die Bücher bezogen, die Wolfgang F. Stammler in der „Bibliothek historischer Denkwürdigkeiten“ zum 500. Geburtstag des Basler Humanisten herausgegeben hat, um ihn in Deutschland bekannter zu machen.

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