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Das Patrozinium

Eine kirchenrechtliche Darstellung mit besonderer Berücksichtigung des titulus ecclesiae gemäß c. 1218 CIC/83

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Andreas E. Graßmann

Das Buch bietet eine systematische Darstellung des Patroziniums, näherhin des Kirchenpatroziniums sowie des titulus ecclesiae gemäß c. 1218 CIC/83. Das Patrozinium stellt im Leben und in der Frömmigkeit der katholischen Kirche eine Realität dar, die nur selten hinterfragt wird. Kirchenwidmungen und Kirchendedikationen gehören jedoch zu den wichtigsten Feiern für das Leben einer Ortskirche und viele kirchenrechtliche Detailfragen schließen sich an Bau, Widmung und Weihe einer Kirche an. Der Autor analysiert speziell die rechtshistorische Evolution sowie die geltende universalkirchenrechtliche Normierung aus theologischer sowie kanonistischer Perspektive.

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4. Die rechtshistorische Evolution des Kirchenpatroziniums bzw. des Kirchentitels bis zum Codex Iuris Canonici von 1983

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4.  Die rechtshistorische Evolution des Kirchenpatroziniums bzw. des Kirchentitels bis zum Codex Iuris Canonici von 1983

Das Patrozinienwesen hat seinen Ursprung in der christlichen Tradition der Heiligenverehrung und nahm im Verlauf der Kirchengeschichte einen erstaunlichen Umfang in vielfältigsten Manifestationen an.580 Die älteste und bis heute in der Forschung meistbeachtete Erscheinungsform des Patroziniums ist das Kirchenpatrozinium,581 wobei sich der Titel der frühesten Kirchen nicht auf Heiligenfiguren oder Glaubensgeheimnisse, sondern vielmehr direkt auf Gott bezog, was sich in Bezeichnungen wie domus Dei, dominicum, domus dominica, Dei basilicae582 oder aula Dei zeigte.583

Hinsichtlich der historischen Entwicklung des Konzepts des Kirchenpatroziniums bzw. des Kirchentitels ist grundsätzlich festzustellen, dass der Übergang vom allgemein geübten Brauch zur rechtlich verbindlichen Vorschrift fließend erfolgte und sich in den letzten Details nicht mehr konkret rekonstruieren lässt. Die große Selbstverständlichkeit, mit der wir heute von der Existenz von Patrozinien an Kirchen ausgehen, kann nicht auf die Frühzeit der Kirche übertragen werden. Ausbildung und Entwicklung von Patrozinien stellen in der frühen Kirche keine Selbstverständlichkeit dar, sondern sind Teil eines evolutionären Prozesses, welcher keineswegs von Beginn an scharfe, klar definierte Termini für das aufkommende Konzept des Patroziniums zugelassen hat.584 ← 129 | 130 →

Grob lässt sich der Prozess der Entfaltung und Entwicklung der Kirchenpatrozinien und Kirchentitel in drei zentrale Abschnitte gliedern. An den Beginn stellt die historische Forschung eine sog. Frühphase, welche

„sich durch die grundlegende...

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