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Politische Repräsentation und vorgestellte Gemeinschaft

Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg (1789–1940)

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Michel Dormal

Anhand zahlreicher Quellen schildert der Autor die Wechselwirkung zwischen Demokratisierung und Nationsbildung in Luxemburg im 19. und frühen 20. Jahrhundert. Sein Befund: Die Nation entstand nicht aus einer ursprünglichen Einheit, sondern aus dem politischen Konflikt heraus. Der lange Kampf um die politische Repräsentation schuf eine neue Vorstellung von Gemeinschaft. Worin die Identität dieser Gemeinschaft besteht, bleibt in der Demokratie aber immer umstritten. Knapp hundert Jahre nach der Einführung des allgemeinen Wahlrechts und der Volkssouveränität bietet das Buch damit zugleich die erste umfassende Geschichte der «demokratischen Revolution» in Luxemburg.

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8. Schluss

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In diesem Schlusskapitel werden zunächst die Forschungsperspektive und die großen Linien der Argumentation der Arbeit zusammengefasst und die in der Einleitung formulierte Fragestellung explizit beantwortet (8.1). Der letzte Abschnitt wagt dann einen Ausblick auf die Gegenwart und diskutiert, welche Erkenntnisse sich aus der Beschäftigung mit der Geschichte der politischen Repräsentation für aktuelle Debatten gewinnen lassen (8.2). Dabei werde ich auch auf die gegenwärtigen Reformprozesse in Luxemburg eingehen.

8.1 Zusammenfassung

Im Folgenden werden die Besonderheiten einer ‚Geschichtsschreibung des Politischen‘ (a) und anschließend der Gang der Arbeit und die zentralen Argumente kursorisch zusammengefasst (b). Dann wird eine pointierte Antwort auf die Fragestellung der Arbeit gegeben und das Erklärungspotential meines Ansatzes diskutiert (c).

a) Die Forschungsperspektive und -methode dieser Arbeit wurde in Anschluss an Pierre Rosanvallon als ‚Geschichtsschreibung des Politischen‘ charakterisiert. Eine solche Geschichtsschreibung zeichnet sich zunächst dadurch aus, dass sie eine Zwischenstellung zwischen Ideengeschichte, Verfassungsgeschichte und Sozialgeschichte einzunehmen versucht. Sie betrachtet die politischen Ideen einerseits als Artikulationen konkreter historischer Erfahrungen, Verhältnisse und Auseinandersetzungen. Anders als Marx und Engels sieht sie in den politischen Institutionen und Diskursen der Menschen aber nicht nur „notwendige Sublimate ihres materiellen […] Lebensprozesses“ (Marx und Engels 1969, 26), sondern eine besondere Dimension des Zusammenlebens und der Auseinandersetzung über dessen Formen und Bedingungen, die sich historisch zu relativ autonomen Konstellationen verdichten. Die Geschichtsschreibung des Politischen, wie ich sie verstehe, geht dabei weder von einzelnen politischen Akteuren und ihren je individuellen Interessen aus,...

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