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Textsemantik des Antezedenten und semantische Funktion des Relativsatzes

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Manuel Kraus

Der Autor weist in seiner Analyse nach, dass die Textsemantik des Antezedenten die semantische Funktion des Relativsatzes bestimmt und sich erst daraus ableiten lässt, ob ein Relativsatz «identifizierend» oder «prädizierend» ist. Das Buch thematisiert darüber hinaus die Zusammenhänge zwischen der Morphosyntax des Relativsatzes und der semantischen Funktion des Relativsatzes. Hierbei analysiert der Autor die Kasus des Antezedenten und des Relativpronomens sowie die Kontakt- oder Distanzposition des Relativsatzes. Er stellt heraus, welche spezifischen Charakteristika für die Zwischenelemente vor dem Relativsatz bei Distanzposition sowie für die Restelemente nach dem Relativsatz bei Kontaktposition in Frage kommen.

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2. Syntaktische Aspekte des Relativsatzes

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2. Syntaktische Aspekte des Relativsatzes

Im Mittelpunkt dieses Kapitels steht die syntaktische Struktur des Relativsatzes. Bei der Analyse von den Kasus des Antezedenten sowie des Relativpronomens im ersten Abschnitt gilt es, das Vorkommen der Kasus des Antezedenten sowie des Relativpronomens mit der sogenannten Kasushierarchie in Beziehung zu setzten, dass die Kasus mit folgender Frequenz auftreten: „Nominativ > Akkusativ > Dativ/Präpositionalphrase“360, wobei „der am höchsten rangierende Kasus, der Nominativ, […] zugleich derjenige Kasus [ist], der als morphologisch unmarkiert gilt“361. Diese Annahme unterstützen Ergebnisse aus der psycholinguistischen Forschung wie etwa bei Rösler et al. (2003).362 Hinsichtlich der Kasuskombinationen des Antezedenten und des Relativpronomens erweist sich der Nominativ in der Tat als Kasus mit der stärksten Frequenz, was die „Zugänglichkeitshierarchie“363 der Kasus, d. h. die hierarchische Anordnung von kognitiv-einfach zu kognitiv-schwieriger zu verarbeitenden Kasus, bestätigt. Die verhältnismäßig einfache Struktur in Bezug auf den Kasus des Relativsatzes kann aus psycholinguistischer Sicht als Kompensation der ohnehin kognitiv anspruchsvollen Relativsatzhinzufügung erklärt werden. Diese „Zugänglichkeits-Tendenz“ lässt sich auch durch die Analyse der Genera Verbi des Relativsatzes untermauern, da die Relativpronomen im Nominativ überwiegend als Subjekt des aktiven Relativsatzes agieren.

Ein weiteres Anliegen dieses Kapitels bezieht sich auf die Überprüfung der syntaktischen Distanz zwischen dem Antezedenten und dem Relativsatz, worauf im zweiten Abschnitt ausführlich eingegangen wird. Da es sich bei den meisten Belegen um die Kontaktposition handelt, bei der das←119 | 120→ Relativpronomen ohne Zwischenelemente unmittelbar...

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