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Niederdeutsch und regionale Umgangssprache in Mecklenburg-Vorpommern

Strukturelle, soziolinguistische und didaktische Aspekte

Series:

Edited By Birte Arendt, Andreas Bieberstedt and Klaas-Hinrich Ehlers

Im Mittelpunkt des Bandes steht der Wandel des Niederdeutschen und der regionalen Umgangssprache in Mecklenburg-Vorpommern. Er vereint linguistische Beiträge, die Aspekte der Entwicklung und Struktur sowie des Gebrauchs regionaler Sprachformen in diesem Bundesland in den Blick nehmen. Der Fokus der Darstellungen liegt auf jüngeren und aktuellen Entwicklungen. Zugleich beziehen die Beiträge die Vorgeschichte der gegenwärtigen Sprachverhältnisse seit dem 19. Jahrhundert ein. Ein eigener Themenblock ist der institutionellen Vermittlung und Förderung des Niederdeutschen gewidmet. Damit trägt der Band der Tatsache Rechnung, dass sich die Vermittlung des Niederdeutschen heute zunehmend auf Bildungsinstitutionen verlagert und zum Gegenstand amtlicher Sprachpolitik geworden ist.

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Regionalsprache in Mecklenburg-Vorpommern (Peter Rosenberg)

Peter Rosenberg

Regionalsprache in

Mecklenburg-Vorpommern

Abstract: The regional language in the state of Mecklenburg-Western Pomerania in the North East of Germany contains the regional colloquial language (regiolect) and the Low German varieties which are described in both their historical and present state. A comprehensive overview of former and recent research reveals an ongoing spread of regiolectal varieties and a decline of Low German. The process is described in terms of linguistic features and explained on the basis of the social, political, and cultural history of the region.

1 Einleitung

Mit dem Norddeutschen Sprachatlas, der aus den Ergebnissen des Projekts „Sprachvariation in Norddeutschland (SiN)“ entstanden ist, liegt eine umfassende Beschreibung der Sprachvariation in Norddeutschland in ihren regiolektalen Sprachlagen vor.1 Im Atlas kennzeichnen zahlreiche Karten und Abbildungen auch den aktuellen Stand der Sprachentwicklung in Mecklenburg-Vorpommern. In seiner Einleitung wird diese Entwicklung bezogen auf die „hochdeutschen“ Sprachlagen nachgezeichnet. Im Folgenden soll auf dieser Grundlage eine Zusammenschau der Entwicklung des Regiolekts und des Niederdeutschen vorgenommen werden, deren Gebrauch sich in einem komplexen – komplementären, konkurrierenden oder synergetischen – Abhängigkeitsverhältnis befindet. Die folgenden Ausführungen sind selbstverständlich nicht mehr als eine Skizze der ausschlaggebenden Entwicklungslinien.

2 Historische Entwicklung und areale Gliederung der mecklenburgisch-vorpommerschen Regionalsprache

Der mecklenburgisch-vorpommersche Raum zeigt unterhalb des Standards eine „großlandschaftliche Sprachschicht“2, die – trotz der erheblichen Distanz der Basisdialekte vom Standard – nur in geringem Maße vom Standarddeutschen abweicht.3 Hierin unterscheidet sich der mecklenburgisch-vorpommersche Re←27 | 28→giolekt gravierend vom südlich angrenzenden berlinisch-brandenburgischen, der deutlichere regionale Eigenheiten bei weitgehend aufgegebenen Dialekten besitzt.4

Der mecklenburgisch-vorpommersche Regiolekt weist eine Nord-Süd-Gliederung und eine gewisse Ost-West-Differenzierung auf. Beide arealen Differenzierungen sind alt und prägten bereits die „koloniale(n) Misch- und Ausgleichsmundarten, deren spezifisches Gepräge weitgehend durch Herkunft und Zahl der jeweiligen Neusiedler bestimmt wurde“.5 Die deutschsprachige Besiedlung des Raums ist das Ergebnis „zweier Siedlerströme, eines nd. an der Küste und eines nfrk. von Brandenburg aus nordwärts“.6 Die Städte der westpommerschen Küste hatten folglich Lübecker Stadtrecht (Stralsund ab 1234, Greifswald 1250, Wolgast 1257), die Städte des Oderkeils Magdeburger Stadtrecht (Stettin 1243, Garz/Oder 1249, Penkun 1284).7

Die Ost-West-Differenzierung des mecklenburgischen Niederdeutsch gegenüber dem Mittelpommerschen ist markant mit in den westlichen Landesteilen älteren Formen, die sie mit Holstein und Nordniedersachsen verbinden (z. B. westliche Diphthongierung ([kaokn] ‚Kuchen‘ gegenüber mittelpommerschem Monophthong [ko…kn]).8 Alt ist auch die Sonderentwicklung von Mecklenburg-Strelitz, dem alten Land Stargard, das aus der Mark Brandenburg besiedelt worden ist.9 Eine gewisse areale Gliederung besteht also innerhalb des Mecklenburgisch-Vorpommerschen bereits in den Basisdialekten, etwa mit der Hiattilgung auf -d- im Hauptgebiet Mecklenburgs und auf -g- in Vorpommern maiden versus maigen ‚mähen‘.10 Gundlach konstatiert damit eine Dreigliederung der Region: „Es staffelt sich also von Südwesten nach Osten meien/meiden/meigen“.11 Allerdings sind diese Grenzen keineswegs fest und bereits in den Wenker-Übersetzungen aus der Region finden sich nach Ehlers fast zur Hälfte keinerlei Hiat-Tilgungen.12←28 | 29→

Die Entwicklung großräumiger sprachlicher Strukturen beginnt bereits früh:

„In Mecklenburg entwickelte sich schon seit dem 16. Jh. die der Schriftsprache sehr angenäherte Umgangssprache, neben der seit Beginn des 18. Jh. ein stärker hochdeutsch durchsetztes Niederdeutsch, eine regionale Varietät des Hochdeutschen, das sogenannte Missingsch […] gesprochen wurde, in dem ein von sozialem Prestigedenken gesteuertes Bemühen zum Hochdeutschsprechen bei bestimmten städtischen und dörflichen Bevölkerungsgruppen zum Ausdruck kam.“13

Schönfeld zeichnet die Entwicklung der Regiolekte im niederdeutschen Nordosten als eine regionale Ausbreitung städtischer Varietäten nach:

„Aus den Territorialdialekten bildeten sich – teilweise schon seit dem Mittelalter – ‚Stadtdialekte‘ heraus […]. Von den großen Städten breitete sich in ihrem regionalen Einflußbereich die städtische Umgangssprache zuerst in die benachbarten Dörfer sowie in die mittleren und kleinen Städte aus, und zwar anfangs in den an der Großstadt orientierten Bevölkerungsgruppen, dann über das Bürgertum auf die übrigen Stadtbewohner und schließlich auf die Dorfbevölkerung einer größeren Region. Die städtische Umgangssprache wurde zur regionalen Umgangssprache.“14

Ein „sehr frühes Zeugnis für den mündlichen Gebrauch des Hochdeutschen“ in Honoratiorenkreisen findet sich bei Kretschmer: Es wird vom Bürgermeister von Greifswald 1528 berichtet, im Rausch „wollt er nicht anders als hochteutisch reden“.15 1639 „klagt Joh. Micraelius, daß man in ganz Pommern fast keine pommerische Predigt mehr hören könne, weil es Alles muß hochdeutsch gebetet, geprediget, gesungen, geschrieben, geredet und verabscheidet werden“.16

Die landesfürstliche Kanzlei ging nach Böttcher in Mecklenburg 1502 zum Hochdeutschen über, die letzte niederdeutsche Urkunde wird für 1486 erwähnt; die städtischen Kanzleien begannen etwa zeitgleich, hochdeutsch zu urkunden, die letzten niederdeutschen Urkunden reichen jedoch bis ca. 1610.17 Schriftsprachlicher Übergang in städtischen Verordnungen wird für Stettin und Güstrow ab 1540, für Wolgast 1543, Schwerin ab 1548, Rostock 1558, Wismar ab 1560 berichtet. Dagegen hielt die Kirche länger am Niederdeutschen fest: Die Kirchenordnung war in Pommern bis 1661 nur niederdeutsch verfasst und bis 1731 zweisprachig, die letzten Lutherschen Gesangbücher auf Niederdeutsch sind für Stettin 1611, Rostock 1618, Greifswald 1626 verzeichnet.18←29 | 30→

Brandt berichtet von niederdeutsch-hochdeutschen Mischformen im „Rostocker Liederbuch“ aus der zweiten Hälfte des 15. Jahrhunderts.19 Rösler zeichnet das Eindringen des Hochdeutschen in Schriften verschiedener Textsorten aus den Jahren 1550–1700 (aus dem Archiv Schwerin) nach.20 Sie findet kaum „rein“ niederdeutsche oder hochdeutsche Texte.

Im sprachlichen Ausgleich und der Ausbreitung städtischer Ausgleichsvarietäten ist die Wirkung des Dreißigjährigen Krieges nicht zu unterschätzen, der einen Hauptschauplatz in Mecklenburg und Pommern fand: Vor den marodierenden Heeren Flüchtende fanden – wenn überhaupt – nur Zuflucht in den stark befestigten Städten, aus denen sie nach Jahren in die entvölkerten ländlichen Räume zurückkehrten. Über Mecklenburg heißt es diesbezüglich: „Wie in den letzten Kriegsjahren Alles daniederlag, die Städte und Ortschaften theils verbrannt, […] die Bewohner theils durch Schwert und Martern, theils durch Pest und Hunger umgekommen, zum kleineren Theile nach dem festen Rostock, besonders auch nach Lübeck und Hamburg geflohen.“21

Die Überlebenden – der Bevölkerungsverlust wird mit ca. 70–80 % in Mecklenburg angegeben – kehrten in verheerte Landstriche zurück, deren „weitgehende Entvölkerung des Landes zum Bauernlegen größten Ausmaßes, zum goldenen Zeitalter für die Gutsherrschaft“22 führte. Dies dürfte sowohl die Vereinheitlichung des mecklenburgisch-vorpommerschen Niederdeutsch als auch die Ausbreitung städtischer Ausgleichsvarietäten befördert haben.

In Mecklenburg bildeten sich städtische Varietäten insbesondere im 17. und 18. Jahrhundert heraus:23 Rostock, Wismar, Schwerin, Parchim, Grabow, Güstrow unterschieden sich etwa von der ländlichen Umgebung u. a. durch die Monophthonge o: und e: (Kooken ‚Kuchen‘, Been ‚Bein‘), die im 19. Jahrhundert als feiner galten als die dialektalen Diphthonge au und ei (Kauken, Bein).24 In der Residenzstadt Schwerin (bis 1918) mit ihren Beamten und Offizieren galt das Niederdeutsche als „unfein“.25

Im östlichen Mecklenburg und besonders in Vorpommern machte sich in wachsendem Maße brandenburgischer, später preußischer Einfluss geltend. Seit der Schwedenzeit rang Brandenburg-Preußen um die Vorherrschaft in Vorpommern.←30 | 31→ Im südlichen Vorpommern verstärkt sich die Orientierung nach Brandenburg mit dem Übergang „Altvorpommerns“ (südlich der Peene) von Schweden an Preußen, der mit dem Stockholmer Frieden 1720 vollzogen wurde. Mit dem Wiener Kongress 1815 ging dann auch das restliche „Neuvorpommern“ an Preußen. In den südlichen und östlichen Landesteilen geriet der Regiolekt zunehmend unter den Einfluss Brandenburgs und mit wachsender Bedeutung der brandenburgischen (seit 1451), dann preußischen (seit 1701) Residenzstadt in den Bereich der „sprachlichen Strahlkraft Berlins“.26 Diese Strahlkraft brachte hochdeutsches Sprachgut in der spezifischen berlinisch-brandenburgischen Form nach Norden. Standardsprachlicher Einfluss nahm seinen Weg seitdem von Berlin aus vor allem über die norddeutschen Städte: „Nun werden auf die später zum Hochdeutschen übergegangenen norddeutschen Städte kaum immer die ferneren hochdeutschen [sic!] sondern wohl mehr die ursprünglich niederdeutschen, jetzt hochdeutschen Städte (wie Berlin) eingewirkt haben.“27 Die Süd-Nord-Ausstrahlung verstärkte damit über Mittelpommern auch die Ost-West-Differenzierung in Mecklenburg-Vorpommern, da der sprachliche Einfluss aus Brandenburg vor allem in den südöstlichen Landesteilen wirkte und seit dem 20. Jahrhundert auch Vorpommern erreichte.28

Diese Entwicklung betraf auch das Niederdeutsche. Ehlers zeigt, dass die Ersetzung des Plosivs /k/ durch standarddeutschen Frikativ /x/ in Wäk ‚Woche‘ und im Reflexivpronomen sik weit fortgeschritten ist: „Laut Mecklenburgischem Wörterbuch ist die hochdeutsche Verschiebung des Plosivs in Wäk bereits seit dem Ende des 18. Jahrhunderts belegt.“29 Bereits in den Wenker-Übersetzungen sei Wäk am Ende des 19. Jahrhunderts nur noch gering verbreitet gewesen. Nach Herrmann-Winter werde Wäk „jetzt von Woch verdrängt“.30 Der Lautwandel beim Reflexivpronomen sik ist deutlich jüngeren Ursprungs. Foerste stellt das Reflexivpronomen in den Kontext eines „Vorbruchs des Ostmitteldeutschen“ über Mittelpommern auf das mecklenburgisch-vorpommersche Gebiet.31 Diese Expansion finde nach Herrmann-Winter im Besonderen „in Ost- und Südostmecklenburg sowie in Vorpommern seit Anfang des 20. Jh.s“32 statt und breite sich nach Lindow/Möhn/Niebaum/Stellmacher/Taubken/Wirrer33 im gesamten ostniederdeutschen Raum aus.←31 | 32→

Dost34 sieht die Landesgrenze zwischen Mecklenburg-Vorpommern und Brandenburg als Grenze zwischen zwei „umgangssprachlichen Haupttypen, der norddeutschen und der berlinischen Umgangssprache“, wobei im Übergangsgebiet (bei Röbel, Müritz) der mecklenburgisch-vorpommersche Regiolekt „Elemente der regionalen Umgangssprache Berlins aufgenommen“ habe.35 Berliner Einfluss macht sich – seit dem 19. Jahrhundert mit erheblicher Intensität – bis an die Küste Mecklenburgs und besonders Vorpommerns geltend.36 Dieser wirkt offenbar seit Längerem vermittelt über Städte wie Rostock oder Wismar auch in die umgebenden ländlichen Räume.37 Der Prozess schließt im Kreis Greifswald, Vorpommern, auch die salienten berlinisch-brandenburgischen „Leitformen ik, det, wat“ ein.38

Im späten 19. Jahrhundert beschleunigte sich die institutionelle Verbreitung der Standardsprache auch in vergleichsweise siedlungsleeren Räumen: „Schule, Kirche, bis zum Ausgange des Weltkrieges auch die Kaserne, und vor allem das Zeitungswesen haben das Hd. bis in die entlegensten Winkel Niederdeutschlands eindringen lassen.“39 Andererseits besaß das Niederdeutsche als Primärsprache noch erhebliche Vitalität auch in höheren sozialen Schichten, wie sie etwa die am Schweriner Gymnasium Fridericianum herausgegebene „Hochdeutsche Grammatik mit Rücksicht auf die plattdeutsche Mundart zunächst für mecklenburgische Schulen bearbeitet“ dokumentiert.40

3 Die mecklenburgisch-vorpommersche Regionalsprache nach 1945

Die Entwicklung der mecklenburgisch-vorpommerschen Regionalsprache nach 1945 lässt einen deutlichen Rückgang der ostniederdeutschen Basisdialekte erkennen: Regionales Sprechen findet seinen Ausdruck in wachsendem Maße im Regiolekt.

Nach Schönfeld war vor 1945 das Niederdeutsche in Mecklenburg-Vorpommern die dominierende Varietät auf dem Dorfe und in der Kleinstadt.41 „Ein Hort←32 | 33→ des Plattdeutschen“ blieben dabei lange vor allem die Kleinstädte.42 Dies änderte sich nach 1945: Nach 1945 verlor das Niederdeutsche in Mecklenburg erheblich an Bedeutung und Geltung, vor allem durch die Bevölkerungsmischung um 1945; an seine Stelle trat in wachsendem Maße der Regiolekt bzw. die Standardsprache.43 Auch Gernentz verweist auf die „nach 1945 veränderte […] Bevölkerungsstruktur auf den Dörfern, vor allem in den Neubauerndörfern“ und bezieht dies vor allem auf „das Seßhaftwerden der Umsiedler“.44

Die These des Dialektrückgangs angesichts der Zuwanderung von Flüchtlingen und Heimatvertriebenen, die örtlich bis zu 60 % der Einwohnerschaft ausmachten, erweist sich allerdings im Lichte umfangreicher aktueller Studien als empirisch nicht zutreffend:45 Vor allem die nach 1945 zugewanderten Kinder und jüngeren Erwachsenen erwarben vielfach gute bis sehr gute Kompetenzen im niederdeutschen Basisdialekt und verwendeten den Dialekt über Jahre in ihrem neuen, noch stark niederdeutsch geprägten Lebens- und Arbeitsumfeld. Auch auf der Ebene des mecklenburgischen Regiolekts zeigen die Immigranten und ihre Nachkommen zu großen Teilen starke sprachliche Anpassungstendenzen, die mitunter dazu führen, dass die zweite (bereits in Mecklenburg-Vorpommern geborene) Generation in Vertriebenenfamilien bis heute eine deutlicher regional markierte Umgangssprache als ihre Altersgenossen aus autochthonen mecklenburgischen Familien spricht.

Gernentz betont den sozioökonomischen Wandel in der SBZ und DDR: „Das Gesicht dieses Gebietes war jahrhundertelang durch die Landwirtschaft geprägt“,46 was sich in einem landwirtschaftlichen Beschäftigtenanteil von 38,3 % (1933), erheblichem Großgrundbesitz und einer geringen Bevölkerungsmobilität zeige. Durch die Bodenreform, die LPG-Zusammenlegung, den „Übergang zur industriemäßigen Produktion“47 habe sich die sozioökonomische Struktur des Nordens der DDR fundamental verändert. Die Industrialisierung Rostocks, insbesondere was die Werftindustrie betraf, trug zu einem enormen Bevölkerungswachstum bei. Planmäßige Zuwanderung von Arbeitskräften sorgte dafür, dass „Industriearbeiter aus anderen Bezirken der DDR in die Dörfer umzogen und damit auch das Vordringen des Hochdeutschen auf dem Lande förderten“.48 Die durch die←33 | 34→ Schulreform geschaffenen „ländlichen Zentralschulen“49 ließen die Vermittlung der hochdeutschen Standardsprache auch bei der ländlichen Jugend durchschlagende Wirkung erlangen, insbesondere seit den 1960er Jahren:50 Schönfeld51 berichtet von einer Studie von Beckmann und Gernentz unter Rostocker Schülern, die 1955 noch zu 36 % eine aktive Niederdeutschkompetenz besaßen, 1962 jedoch nur noch zu 16 % (die passive Kompetenz sank von 51 % auf 33 %); auf dem Lande betrug ihr Anteil 20–26 % (passiv 38–46 %). Noch 1923 war selbst in Rostock und Wismar von 64 % bzw. 74 % aller Volks- und Mittelschüler die Rede, die „durchweg in der niederdeutschen Mundart gesprochen“ hätten.52

Niederdeutsch wurde im Zuge dieser Entwicklung zur Sprache der Familie und Arbeitswelt, zur Gruppensprache der manuell Arbeitenden, vor allem der Älteren, besonders der Männer. Durch den forcierten Werftausbau in den 1950er Jahren spielte das Niederdeutsche auch in der industriellen Arbeitswelt noch eine größere Rolle. Als Berufssprache der (männlichen) agrarischen, handwerklichen und industriellen Arbeitswelt wurde der Dialekt vielfach auch außerhalb der Familie erworben.53 Gundlach resümiert auf der Grundlage von Sprachaufnahmen in 61 Orten mit 245 Mundartsprechern dreier Altersgruppen aus den Jahren 1962/1963, dem „Plattdeutschen haftet, von den Frauen mehr empfunden als von den Männern, leicht der Makel einer gewissen Minderwertigkeit an“.54

Mit Bezug auf Herrmann-Winters umfangreiche Untersuchungen in den Nordbezirken der DDR seit Beginn der 1970er Jahre konstatiert Gernentz: „Besonders in jüngeren Ehen spielt die Mundart kaum noch eine Rolle. Selbst wenn beide Elternteile in anderen Situationen häufig niederdeutsch sprechen, wird – zumeist mit Rücksicht auf die heranwachsenden Kinder – zu Hause durchweg hochdeutsch geredet.“55 In der Freizeit sowie bei der landwirtschaftlichen Arbeit sei noch niederdeutsch gesprochen worden. Herrmann-Winter fasst die Entwicklung der Regionalsprache im „Norden der DDR“ zu Beginn der 1970er Jahre mit den Worten zusammen:

„Integration bedeutet für die Mundarten heute in erster Linie zweierlei: den schrittweisen Abbau lokaler mundartlicher Sonderformen zugunsten ausgeglichener, in Laut- und←34 | 35→ Formenbestand weitgehend einheitlicher großräumiger Verkehrsmundarten und die allmähliche Ablösung dieser Mundart durch eine landschaftlich geprägte hochdeutsche Umgangssprache.“56

In Hinblick auf die soziale Verteilung und den pragmatischen Gebrauch regiolektaler Merkmale in dieser „hochdeutschen Umgangssprache“ sind insbesondere die Arbeiten aus den 1970er Jahren von Herrmann-Winter, Dahl und Gernentz hervorzuheben. Bei Herrmann-Winter bestanden die sozialen Gruppen, die die regiolektalen Merkmale besonders häufig verwenden, aus Industriearbeitern und Genossenschaftsbauern (auch mit Leitungsfunktionen); den geringsten Gebrauch wiesen die „Intelligenz“ und die Schüler auf.57 Herrmann-Winter weist allerdings auf deren regionale Disparitäten hin, die im Küstenbereich noch eine höhere Kompetenz im Niederdeutschen als in den südlichen Landesteilen deutlich werden ließen.58 Gernentz sieht pragmatische („Gesprächspartner, Gesprächsgegenstand und Gesprächssituation“) gegenüber sozialen Steuerungsfaktoren als ausschlaggebend an, insgesamt weise die „Entwicklung eindeutig in Richtung der Ausbildung von großräumigen Umgangssprachen […], keineswegs in Richtung auf sprachliche Uniformität“.59

Schönfeld erkennt für die 1970er Jahre drei soziolinguistische Bewertungstypen der Dialekt-Regiolekt-Konstellation im Norden der DDR: An der Küste werde der niederdeutsche Dialekt häufig verwendet und geschätzt, in den Übergangsgebieten (Altmark, Havelland, Prignitz, Uckermark) von Älteren und in lokalen und informellen Domänen, um Berlin und im Süden sei er aufgegeben oder besitze nur geringes Ansehen.60 Eine verbreitete Einstellung sei die Ablehnung des Dialektgebrauchs mit den Kindern,61 eine fast wortgleiche Formulierung, wie sie Mattheier für die Bundesrepublik fand.62 Der Regiolekt hingegen werde weitgehend verwendet und geschätzt, vor allem von Männern, Nichtdialektsprechern oder Jüngeren,63 mehr noch der mecklenburgische als der berlinische Regiolekt, am wenigsten der magdeburgische.64←35 | 36→

Wenn auch das Niederdeutsche als „Volkssprache“ phasenweise eine besondere Wertschätzung erfuhr, folgte die Schule in der DDR doch überall den gleichen Vorgaben der Erziehung zur deutschen „Literatursprache“. Hatte es im Lehrplan für Grund- und Oberschulen 1946 noch geheißen: „Die Mundart ist in die Sprachlehre einzubeziehen“, galt dies ab 1952 – ähnlich wie in der Bundesrepublik – nur noch für die Sprachbetrachtung: „Die Mundarten werden nur in der Sprachgeschichte berührt.“ Dialekte und Regiolekte galten in einer Empfehlung von 1955 als Problemquellen: „Der Lehrer stärkt den Willen der Schüler, ihre Muttersprache in Rede und Schrift immer sicherer zu beherrschen und Nachlässigkeiten abzulegen, die aus der Umgangssprache und der Mundart herrühren.“65 Wenn sich auch in den späten 1970er Jahren – wiederum ähnlich wie in der Bundesrepublik – die Berücksichtigung regionaler Sprache in der Bildungspolitik der DDR wieder erweiterte, so ist doch die Geschichte des Niederdeutschen in der DDR-Schule weitgehend eine Geschichte der Nichtbeachtung: Osnowski fasst „den Umgang mit Mundart und Umgangssprache in den Deutschplänen der DDR“ zusammen: „Die Mundart (wurde) in den Jahren zwischen 1946 und 1951 sehr stark einbezogen […], von 1952 bis 1966 vorrangig abgelehnt, zwischen 1967 und 1980 fast völlig ignoriert und erst Ende der achtziger Jahre wieder verstärkt berücksichtigt.“66

4 Die mecklenburgisch-vorpommersche Regionalsprache seit 1989

Die aktuelle regionalsprachliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern weist auch mit der deutschen Vereinigung in die Richtung einer zunehmenden Großräumigkeit: „Die Entwicklungen lassen deutlich eine Reduzierung auf wenige lokale Merkmale […] in den städtischen Umgangssprachen erkennen.“67

Die soziodemographischen Besonderheiten des Bundeslandes Mecklenburg-Vorpommern lösen dabei widersprüchliche strukturelle Prozesse aus. Eine gewisse Marginalisierung ist in Mecklenburg-Vorpommern in folgenden Faktoren erkennbar: Mecklenburg-Vorpommern ist seit alters ein ländlicher Raum geringer Bevölkerungsdichte. Das Bundesland hat die wenigsten Oberzentren←36 | 37→ aller Flächenländer der Bundesrepublik (Rostock, Schwerin, Neubrandenburg, Greifswald/Stralsund). Die Bevölkerungsdichte macht nur ein Drittel des bundesdeutschen Durchschnitts aus und ist in den 2000er Jahren weiter abnehmend (von 74 Einwohner/km2 2005 auf 69 im Jahr 2011). Sie weist überdies ein West-Ost-Gefälle auf (von 73 in Westmecklenburg bis zu 61 im östlichen Vorpommern).68

Das Land ist ein strukturschwacher Raum und eine Abzugsregion: Die Arbeitslosenquote ist fast doppelt so hoch wie der bundesdeutsche Durchschnitt, die höchste in Deutschland, und liegt in Vorpommern noch höher.69 Die Entwicklung des Arbeitsmarkts zeigt im Zeitraum 2000–2009 (bis auf Greifswald und Wismar) überall einen Rückgang der sozialversicherungspflichtig Beschäftigten.70 Die Schülerzahlen haben sich im Zeitraum 2000–2009 in Vorpommern um 45–50 %, in Mecklenburg um 35–40 % reduziert.71

Parallel zu diesen Marginalisierungstendenzen ist eine wachsende Mobilität erkennbar: Der Pendleranteil an allen Arbeitnehmern beträgt in Mecklenburg-Vorpommern 60 %. Der Anteil der Pendler mit mehr als 50 km Pendeldistanz an allen sozialversicherungspflichtig Beschäftigten am Arbeits- und Wohnort ist im Jahr 2009 in Mecklenburg-Vorpommern am höchsten in ganz Deutschland. Er liegt überwiegend bei über 17 % und im Landesinneren bei über 22 %. Pendler-Ziele sind die genannten Oberzentren sowie in Westmecklenburg Hamburg und in den südlichsten Landesteilen Berlin.72 Die Tendenz ist gegenüber 2005 steigend. Nordwestmecklenburg und Ludwigslust-Parchim zählen zur „Metropolregion Hamburg“.

Gleichwohl erfreut sich regionale Sprache auch in Mecklenburg-Vorpommern einer weitgehend ungebrochenen Beliebtheit: In einer Umfrage des Instituts für niederdeutsche Sprache aus dem Jahr 2007 zur Frage „Wie gut können Sie Plattdeutsch sprechen?“ antworteten in Mecklenburg-Vorpommern 23 % mit sehr gut oder gut.73 In einer Allensbach-Umfrage aus dem Jahr 2008 wird auf die Frage nach besonders gern gehörten Dialekten – neben „Norddeutschem Platt“ (29 %) – zusätzlich Mecklenburgisch (6 %) und Pommerisch (2 %) genannt.74←37 | 38→

Die Beliebtheit regionaler Sprache in Mecklenburg-Vorpommern ist sicherlich einer der Gründe, weshalb die Förderung von „Niederdeutsch in der Schule“ Gegenstand einer Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur (2004) ist. Hierin wird festgestellt:

„Die niederdeutsche Sprache […] ist ein wesentlicher Teil des Kulturgutes unseres Landes. Die Pflege des Niederdeutschen als lebendige Sprache des Alltags ist stark rückläufig. […] Verbindliche Aufgabe der Schule […] ist es, Kenntnisse über niederdeutsche Literatur, Kunst und Kultur zu vermitteln. Daneben soll die Schule zum Gebrauch der niederdeutschen Sprache ermuntern und insbesondere die Fähigkeit fördern, Niederdeutsch zu sprechen. […] Niederdeutsch kann und soll nicht als eigenes Fach mit einem Stundenanteil ausgewiesen werden, muss aber an allen Schulen ein durchgängiges Unterrichtsprinzip sein.“75

In den Rahmenplänen für Deutsch in der Sekundarstufe I wird vor allem auf die Sprachbetrachtung abgestellt. Lernziele sind, niederdeutsche Texte rezipieren, rezitieren und schreiben zu können, aber auch in niederdeutscher Sprache zu erzählen. Im Mecklenburg-Vorpommerschen Schulgesetz § 2 (3) wird festgelegt: „Die Verbundenheit der Schüler mit ihrer natürlichen, gesellschaftlichen und kulturellen Umwelt sowie die Pflege der niederdeutschen Sprache sind zu fördern.“

Wenn dies auch nur wenig über den Charakter der Förderung aussagt, so attestiert der Bericht der Bundesregierung zur Umsetzung der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen dem Bundesland doch einige Anstrengungen zur Förderung des Niederdeutschen in der Schule: „Lediglich in Schulen in Mecklenburg-Vorpommern wird Niederdeutsch in höherem Maße als eigenständiges Fach unterrichtet.“76 Der die Umsetzung der Charta überprüfende EU-Expertenausschuss stellt jedoch fest, dass in der Primar- und Sekundarstufe die „Verpflichtung unbeschadet der in dieser Aufzählung enthaltenen von ihm sehr begrüßten Maßnahmen nur teilweise erfüllt“ würden.77 Seit 2010 ist die Ent←38 | 39→wicklung rückläufig. „Nach Angaben von Vertretern der niederdeutschen Sprachgruppe ist das Niederdeutschangebot in den Vorschulen […] sehr lückenhaft.“78

An den Universitäten Greifswald (1992–2002) und Rostock (seit 1992/93) wurden Professuren für Niederdeutsche Philologie geschaffen bzw. wieder eingerichtet, in Greifswald ist der Lehrstuhl mittlerweile durch eine feste Lehrkraft (im „Schwerpunkt Niederdeutsch“) ersetzt worden. Niederdeutsch ist an beiden Universitäten möglicher Bestandteil der Studiengänge auf Bachelor- und Masterebene, auch im Lehramtsstudiengang.79 Als dringendste Maßnahme hält der Bericht fest: „Der entscheidende Schritt zu einem flächendeckenden, stetigen und ernsthaften Angebot zum Erlernen der niederdeutschen Sprache liegt in der Qualifikation der Lehrkräfte.“80

In den 19 Interviews, die Birte Arendt mit 28 Gewährspersonen aus vier Familien und drei Generationen auf der Insel Usedom zu Spracheinstellungen gegenüber dem Niederdeutschen durchgeführt hat, wird deutlich, dass zur Niederdeutsch-Charakteristik bei den kompetenten Sprechern eine klare Unterscheidung in „richtiges“ und „falsches“ Niederdeutsch vorgenommen wird: „‚falsches‘ Sprechen ist Sprachmischung“81, die als mangelnde Kompetenz gewertet wird und vermieden werden sollte. Eine „Aufladung“ im Sinne einer sprachbezogenen „Identitätsinszenierung“ finde sich „vermehrt bei semikompetenten Sprechern“.82 Zusätzlich wurden Printmedien (Onlineausgabe der Ostsee-Zeitung 1999–2008) sowie sprachen- und bildungspolitische Dokumente untersucht. Wie Arendt resümierend feststellt, „erscheint Niederdeutsch als Sprache bei den Laien, als Freizeitgut in der Presse und als bedrohte Art und Kulturgut in der Politik“. Ein damit verbundener Effekt der „Musealisierung“83 des Niederdeutschen sei dem Spracherhalt allerdings nicht förderlich.

Die aktuelle regionalsprachliche Entwicklung in Mecklenburg-Vorpommern lässt sich wie folgt resümieren: Strukturell lassen die Besonderheiten des Landes eine beschleunigte Aufgabe lokaler Sprachformen und einen weiteren Übergang zur Verwendung des Regiolekts erwarten. Eine sprachliche Reliktbildung in marginalen Räumen ist nicht absehbar, da die Region überaltert ist und die Jugend←39 | 40→ in andere Regionen zieht, so dass die Weitergabe lokalsprachlicher Traditionen spätestens in der kommenden Generation eingeschränkt sein dürfte. Der Regiolekt hingegen genießt hohes Ansehen, ist weit verbreitet und besitzt regionale Eigenständigkeit im Bewusstsein seiner Sprecher.

5 Merkmale des mecklenburgisch-vorpommerschen Regiolekts

In sprachstruktureller Hinsicht ist der mecklenburgisch-vorpommersche Regiolekt der 1970er Jahre in den oben genannten Studien recht umfassend beschrieben worden. Hierbei wird meist zwischen obligatorischen und fakultativ auftretenden Sprachmerkmalen unterschieden. Herrmann-Winter findet in ihrer Studie mit 79 Gewährspersonen „charakteristische Besonderheiten gesprochener hochdeutscher Sprache im Raum nördlich der Linie Anklam – Demmin – Rostock“,84 d. h. in Vorpommern und dem nordöstlichsten Mecklenburg, die „obligatorische“ Geltung haben. Dazu zählen die Hebung von langem ä (Meedchen), die Ersetzung der Affrikate pf durch die Spirans f (Fingsten), der [k]-Verschluss des ng-Lautes (Dink) und lexemspezifische Vokalkürzungen (Glass, Zuch).

Daneben treten „fakultativ“, je nach situativem Kontext, Alter und sozialer Gruppe, von den untersuchten 18 Varianten die folgenden für die Region charakteristischen Merkmale auf:85

e-Apokope mit 92,4 % ([Iç kOm] ‚ich komme‘, [Iç max] ‚ich mache‘)

r-Schwund nach langem a mit 88,6 % ([ja…] ‚Jahr‘, [ha…t] ‚hart‘)

stddt. <er> als [E, œ] mit 84,8 % (["lE…n´n] ‚lernen‘, [œ"tse…ln] ‚erzählen‘)

stddt. Affrikate ts als Spirans s mit 78,5 % (["sUkœ] ‚Zucker‘)

t-Apokope mit 75,9 % ([nIç] ‚nicht‘, [fas] ‚fast‘)

r-Elision nach Kurzvokal mit Vokalöffnung und -dehnung mit 73,4 % (["E…d´] ‚Erde‘, ["fO…n´] ‚vorne‘)

wort- und silbenanlautende g-Spirantisierung mit 72,2 % (["ve…zn] ‚gewesen‘, [jans] ‚ganz‘, [fo…Ej´n] ‚vorigen‘): „für den Norden noch ungewöhnlich“86

kurzes stddt. a als [E, ´] mit 58,3 % ([dEt] ‚das‘, [n´"he…E] ‚nachher‘)

Reduktion ["UnzE] für ‚unser, unsere, unserer‘ mit 59,5 %

stddt. e als [´] in Tonsilben mit 54,4 % (["r´b´ra"thu…E] ‚Reparatur‘)←40 | 41→

t für stddt. s, vor allem bei Pronomen, mit 55,7 % ([dat]/[dIt] ‚das‘/‚dies‘, [vat] ‚was‘, [Et]/[-Et] ‚es‘/‚-es‘): „unter neuem Brandenburg-berlinischen Einfluß“87

Substitution von stddt. r nach Kurzvokal durch [E] oder [å] mit 50,6 % ([fo'Et] ‚fort‘)

a-Velarisierung mit 49,4 % (["nOm´n] ‚Namen‘, ["zO…xth] ‚gesagt‘)

l-Velarisierung mit 38,0 % ([gE:t] ‚Geld‘, [fO:] ‚voll‘)

r-Elision bzw. schwache Vokalisierung nach Langvokal (außer /a…/) mit 29,1 % ([hi…E] ‚hier‘)

stddt. -rg als -x mit 10,1 % ([bU…x] ‚Burg‘)

Am häufigsten waren diese Merkmale schon damals auf dem Lande vertreten, besonders bei der älteren Generation der vor dem Ersten Weltkrieg Geborenen sowie der „Werktätigen aus Industrie und Handwerk“, am wenigsten bei den Jüngeren, vor allem den Schülern, und der „Intelligenz“.88

Lauf beschreibt – auf der Grundlage von Aufnahmen u. a. des Pfeffer-Korpus (1961, Sprecher aus Greifswald und Rostock der Jahrgänge 1892–1947) – die Merkmale der „Mecklenburg-vorpommerschen Umgangssprache“.89 Neben „gemeinniederdeutschen“ Merkmalen – das sind u. a. die bei Herrmann-Winter so bezeichneten „obligatorischen“ Varianten – benennt Lauf über die im weiteren nord- und nordostdeutschen Raum verbreiteten Merkmale hinaus einige regiolektale Besonderheiten:90

Senkung von [I] und [U] teilweise bis zu [E] bzw. [O]91

vereinzelt anlautende g-Spirantisierung im Süden des Gebiets

velarer Lateral [:], vor allem auslautend, nach Süden hin abnehmend

gelegentliche retroflexe Artikulation des /r/92

Auf morphologischer Ebene ist die spezifisch mecklenburgische Diminutivbildung auf -ing zu nennen, die aus dem Basisdialekt in den Regiolekt übernommen wurde und dort auch von nicht niederdeutsch kompetenten Sprechern mit pragmatischen Funktionen benutzt wird.93

In Hinblick auf die vertikale Sprachlagenschichtung unterscheidet Eva-Sophie Dahl für Rostock und Umgebung im regiolektalen Bereich des Spektrums zwei←41 | 42→ Schichten, eine „Umgangssprache“ (U) und eine „mundartnahe Umgangssprache“ (Um = hochdeutsch basierter Regiolekt mit starken niederdeutschen Interferenzen), die von der dem niederdeutschen Spektrum zugehörigen „umgangssprachenahen Mundart“ (Mu = niederdeutscher Dialekt mit hochdeutschen Interferenzen) abgegrenzt werden.94

Eine ähnliche Unterscheidung findet sich auch bei Schönfeld: Als gemeinsame Merkmale der Sprachschichten „Umgangssprache“ (U) und „mundartnahe Umgangssprache“ (Um) nennt Schönfeld (basierend auf Sprachdaten aus den 1970er Jahren) Formen wie die Auslautspirans [tax] ‚Tag‘, plosivisches [k] nach [ŋ] [laŋk] ‚lang‘, Vokalkürze in [glas] ‚Glas‘, Öffnung in [ɛådə] ‚Erde‘, Hebung in [ʃemən] ‚schämen‘, Anlautspirans in [faefə] ‚Pfeife‘ sowie Endungsreduktionen und r-Vokalisierung.95 Spezifisch für die Sprachschicht Um seien der r-Schwund vor Konsonant in [hat] ‚hart‘, Anlautspirans in [sʊkæ] ‚Zucker‘, d-Assimilation in [hʊnæt] ‚hundert‘, einzellexematische Rundung [ʏmæ] ‚immer‘.

Kehreins Studie eröffnet die Möglichkeit, die ca. 40 bis 50 Jahre alten Beschreibungen des Sprachstands bei Herrmann-Winter, Dahl, Schönfeld und Lauf mit dem aktuellen Befund zu vergleichen.96 Grundlage bilden die Daten von vier Sprechern der Geburtsjahrgänge 1943, 1959, 1960 und 1990 aus Stralsund/Vorpommern. Kehrein interpretiert die folgenden Merkmale als Elemente einer „Restarealität“:97

Vokalismus:

/e…/, /ø/, /o…/ als Diphthong(oid)e

Rundung von /I/, besonders in labialer Umgebung

Hebung von /E…/ und /E/, besonders vor vokalisiertem /r/-Allophon, mit Aufhebung der Opposition /e…/ ≠ /E…/

Das „häufigste und vielleicht auch auffälligste Merkmal“ ist die Realisierung von <er> als Affix oder Teil eines Affixes in ver-, zer- als [E, œ].98

Selten bzw. nur vereinzelt treten in seinem Korpus folgende Varianten auf:

Kurze Realisierung von stddt. /a…/ in unflektierten Einsilbern (Tag, Glas, Schlag)

Senkung von stddt. /o…/ im betonten Präfix vor- ([fO…E-] z. B. in Vorpommern)

[Uf] für auf, [ke…n] ‚kein‘, [glo…b] ‚glaube‘, [o…x] ‚auch‘ bei dem jüngsten Sprecher←42 | 43→

Konsonantismus:

g-Spirantisierung im (Stamm-)Auslaut (Tag, gesagt, gelegt, weg)

Lenisierung von inlautendem /t/ (Leute, hatte, Mittag)

plosivisch gelöstes finales <ng> ([ÂIçtUNk] ‚Richtung‘)

Realisierung von (stamm-)anlautendem germ. p als Spirans [f] ([g´fle…çt´s] ‚gepflegtes‘)

Ausfall von d in der Lautverbindung [nd], auch über Wortgrenzen hinweg ([kInE] ‚Kinder‘, [InE] ‚in der‘)

Ausfall von t in der Lautverbindung [st] im In- und Auslaut (in meistens, sonst)

Erhalt der unverschobenen germ. Tenues (einzellexematisch in ich, das, was)

Selten nur finden sich die Varianten:

b-Spirantisierung im Inlaut

Spirantisierung von anlautendem /g/ im Präfix ge-

Nicht mehr belegt sind die Varianten:

anlautendes /j/ als [Z] oder [dZ]

-tion als [tSo…n, tSoun]

Spirans [s] für anlautendes /ts/

velares oder retroflexes /l/

apikales [r]

Während s für ts bei Herrmann-Winter99 noch mit 78,5 % belegt ist, velares a mit 49,4 %, velares /l/ noch mit 38,0 % und Dahl bzw. Gernentz100 alle drei – ebenso wie apikales [r] – noch als Merkmale der „mundartnahen Umgangssprache“ Um (s. o.) erwähnen, findet Kehrein für diese Formen keine Belege mehr.101 Die Sprachlage „mundartnahe Umgangssprache“102 ist offenbar in den vergangenen 50 Jahren geschwunden.

Allerdings weist Ehlers nach, dass von 24 untersuchten autochthonen Sprechern der Vorkriegsgeneration im Raum Rostock apikales [r] noch zu über 90 % im intendierten Niederdeutsch verwendet wird, ebenso wie von 13 zugewanderten Heimatvertriebenen (mit 80 %), während sich der Gebrauch bei 1950–1970 Geborenen etwa halbiert.103 Wer in dieser Generation jedoch ausschließlich apikales [r] realisiert, behält dies auch in den standardnahen Sprachlagen bei: „Dafür ist aber←43 | 44→ bemerkenswert, dass die beiden einzigen Angehörigen der jüngeren Altersgruppe, die das r im intendierten Niederdeutsch noch ausschließlich apikal bilden, auch in der regiolektalen Sprache, die sie im Interview verwenden, die prävokalischen r als Zungenspitzen-r artikulieren.“104

Kehrein kommt angesichts seines empirischen Befundes zu der Schlussfolgerung:

„Zwischen Dialekt und Regiolekt bildet sich […] kein ‚mittlerer Bereich‘ aus […] Schließlich lässt sich die Beobachtung, dass viele der nach Dahl (1974) für die Sprachschicht Um, also der standardfernsten Varianten der hochdeutschen Umgangssprache, konstitutiven regionalsprachlichen Varianten in den standardorientierten Gesprächen meiner Sprecher nicht mehr enthalten sind, als ein diachroner Prozess der Standardannäherung deuten.“105

Ältere Sprecher beherrschten noch Niederdeutsch, jedoch gebe es eine „große Zahl an Sprechern, die lediglich über eine monovarietäre Kompetenz des Regiolekts verfügen“.106 Noch in der zwischen 1950 und 1970 geborenen Altersgruppe sind hingegen fundamentale Kompetenzen im Niederdeutschen durchaus vorhanden, die allerdings kaum einmal zu einem aktiven Gebrauch der Varietät genutzt werden.107

Übereinstimmend wird von Herrmann-Winter, Schönfeld und Lauf sowie Mihm und Kehrein auf Berliner Einfluss besonders in den südlichen und östlichen Gebieten Mecklenburg-Vorpommerns hingewiesen.108 Dieser mache sich in folgenden Merkmalen geltend:

Zentralisierung von [I] und [U] in von der Stadtsprache Berlins beeinflussten Räumen109

[Uf] für auf, [glo…b] ‚glaube‘, [o…x] ‚auch‘, die nach Kehrein eine „Orientierung am Berliner Dialekt/Regiolekt“ und dessen „Vordringen nach Norden“110 zeige

anlautende g-Spirantisierung im Übergangsgebiet zum brandenburgischen Sprachraum,111 nach Kehrein „ein Merkmal des südlichen Mecklenburgisch-Vorpommerschen“, das vermutlich „Berliner Einfluss“ entspringt112←44 | 45→

„Markierungen wie dat, wat, et, Jejend, die auf neueren berlinischen Einfluß zurückgehen“.113

Schönfeld114 sieht „zwischen der Berliner sowie der Rostocker und Greifswalder Umgangssprache mehrere Übereinstimmungen“:115

Rundung vorderer Kurzvokale ([œlf] ‚elf‘)

r-Vokalisierung mit Ersatzdehnung des vorangehenden Vokals ([dO…(Â)f] ‚Dorf‘)

g-Spirantisierung im absoluten und gedeckten Auslaut ([tax] ‚Tag‘, [ve…ç] ‚Weg‘, [bUÂç] ‚Burg‘, [za…xt] ‚sagt‘, [fli…çt] ‚fliegt‘)

Plosiv p statt stddt. Affrikate pf (Appel, Kopp, Strümpe)

intervokalisch -tt- als -dd- (Vadda)

Assimilierung von d in -nd- (hunnat ‚hundert‘)

Areal eingeschränkt auf die süd(öst)lichen Landesteile gelte dies für die Monophthongierung [ben] ‚Bein‘, die g-Spirantisierung anlautend im Präfix je-116 und intervokalisch [vejə] ‚Wege‘, die r-Vokalisierung zu [a/ɐ] [feɐd] ‚Pferd‘, was weitgehend „jüngeren Berliner Einflüssen auf die mecklenburgische Umgangssprache in ihren südlichen und östlichen Regionen“117 geschuldet ist.

Die arealen Gemeinsamkeiten zwischen den Regiolekten aus Mecklenburg-Vorpommern und Berlin-Brandenburg werden von den Sprechern selbst deutlich wahrgenommen. Dies belegen die Erhebungen des Atlas der deutschen Alltagssprache (ADA), die eine deutlich empfundene Ähnlichkeit mit der „Alltagssprache“ Berlins bis weit in den Norden zeigen.118 Die ADA-Karte „Ähnlichkeit Berlin“ („Wie stark unterscheidet sich nach Ihrer Einschätzung die Alltagssprache Berlins von der Alltagssprache Ihres Ortes?“; Antwortkategorien zwischen 1–2 „ziemlich ähnlich“ und 5–6 „sehr unähnlich“) zeigt die größte Ähnlichkeitsstufe (1–2) nach Norden bis Schwedt im Osten und Wittenberge im Westen Nordbrandenburgs, nördlich davon eine immer noch recht stark empfundene Ähnlichkeit (2–3) in einem 100–150-km-Radius nördlich Berlins von Prenzlau (Uckermark, Mittelpommersch) über Neubrandenburg und Waren im mittleren bis Ludwigslust im südwestlichen Mecklenburg. Nördlich davon wird eine größere Ähnlichkeit←45 | 46→ (1–2) mit Hamburg, Bremen und Kiel empfunden (ADA-Karten „Ähnlichkeit mit Bremen, Hamburg, Kiel“). Am geringsten ist das Empfinden sprachlicher Unterschiedlichkeit gegenüber Berlin in dieser Region im südöstlichen Vorpommern (ADA-Wabenkarte des „Anteils der nicht gemeinsamen Nennungen“ in benachbarten Orten).

6 Ergebnisse des SiN-Projekts zum mecklenburgisch-vorpommerschen Regiolekt

Die Daten des SiN-Projekts119 spiegeln die Eigenheiten des mecklenburgisch-vorpommerschen Regiolekts ebenso wie die oben beschriebene areale Gliederung in einer Reihe von Merkmalen wider:

Die Lenisierung von stddt. p, t, k im Inlaut (besonders p und t) ebenso wie die Realisierung von <er> im Auslaut als [E] oder [E…] und mit geringer Frequenz auch die Diphthongierung von langem stddt. e, o, ö zeigen eine Gemeinsamkeit insbesondere mit dem nordniederdeutschen Raum, also mit den gemeinhin als „dialektstarke Regionen“120 geltenden Gebieten.

Die t-Apokope ist in ganz Norddeutschland verbreitet, in den Wortarten Nomen und Adjektiv (Nacht, schlecht) ist sie in Mecklenburg ähnlich hoch wie im äußersten Norden, in Vorpommern dagegen niedriger als im Durchschnitt.

Die Senkung von stddt. langem e, o, ö vor r grenzt Mecklenburg-Vorpommern mit mittleren Frequenzen deutlich ab von Mittelpommern und Brandenburg; es geht hierin mit dem Norden und Westen des gesamtnorddeutschen Untersuchungsgebiets.

Die Rundung von stddt. kurzem i ist eine zugleich ost- und norddeutsche Erscheinung. Dies gilt ähnlich für die Assimilation von stddt. -nd- im Inlaut zu -nn- sowie – bei geringen Belegzahlen – für die Verwendung des Schwa statt des Vollvokals in der Endsilbe von Kaffee.

Der Erhalt von unverschobenem t im Auslaut lässt die areale Ost-West-Gliederung des mecklenburgisch-vorpommerschen Regiolekts erkennen:

-t in stddt. das, was, es/-es findet sich regiolektal fast nur in Vorpommern, das hier mit Brandenburg und Mittelpommern übereinstimmt: Unverschobenes -t in dat/dit (in allen syntaktischen Funktionen) erreicht ebenso wie in wat hohe Werte von 80–100 %, etwas geringere et ‚es‘ (mit 60–80 % im←46 | 47→ informellen Tischgespräch). Dies gilt allerdings nicht für das Morphem -et, das in Mecklenburg-Vorpommern fast nicht vorhanden ist. Die berlinisch-brandenburgische Vokalhebung in dit/dis zeigt – ähnlich wie in Mittelpommern – nur geringen Einfluss in Mecklenburg-Vorpommern (nur 5–10 % Vokalhebung in Vorpommern mit dit, in Mecklenburg mit dis).

Auch die monophthongische Realisierung von stddt. Diphthongen ([o…x] ‚auch‘) vereint das östliche Vorpommern – auf niedrigem Frequenzniveau – mit Mittelpommern und dem Berlin-Brandenburger Raum.

Die Kontraktion von so und unbestimmtem Artikel (sone) ist überall im norddeutschen Raum zu finden, die Vokalqualität zeigt hingegen die höchsten Anteile der offenen, kurzen Vokalrealisierungen im Nordosten unter Einschluss Vorpommerns.

Der Erhalt von unverschobenem p statt der stddt. Affrikate pf findet sich vor allem im Osten des Untersuchungsgebiets.

Das unverschobene k im Lexem ich ist regiolektal auch im östlichen Mecklenburg-Vorpommern noch (mit fast 40 %) verbreitet.

Kurzvokal statt standarddeutscher Länge ist in Vorpommern nur mit mittleren Prozentwerten (20–30 %) vertreten: Während Lexeme auf -ag hohe Werte wie überall sonst in Norddeutschland zeigen, nimmt die Frequenz bei nach und noch deutlicher bei schon und über ab und geht bei wieder und Oma gegen Null.

Die g-Spirantisierung im Wort- und Silbenanlaut ist in den SiN-Daten aus Mecklenburg-Vorpommern kaum präsent. Im Wort- und Morphemauslaut ist sie hochfrequent, höher als im berlinisch-brandenburgischen Raum und fast so hoch wie in der nordniederdeutschen Region, im Wortinlaut liegt sie ähnlich hoch wie in Berlin-Brandenburg. Scharioth121 weist anhand einer Auswahl von 27 SiN-Gewährspersonen aus Holstein, Mecklenburg-Vorpommern und Mittelpommern ebenfalls auf die deutliche Differenz zwischen Mecklenburg-Vorpommern sowie Holstein einerseits und Mittelpommern andererseits hin, die sich u. a. im Gebrauch der g-Spirantisierung und den darauf bezogenen Sprechereinstellungen geltend mache. In Mecklenburg-Vorpommern und Holstein sei die Anlautspirantisierung kaum existent; sie komme nennenswert überhaupt nur in Vorpommern vor. Die Spirantisierung im Morphemauslaut ([za…xt] ‚sagt‘, [mø…çlIç] ‚möglich‘) zeige ein Ost-West-Gefälle von Holstein bis Mittelpommern: „In Mittelpommern wird in allen Situationen mehr spirantisiert als in Mecklenburg-Vorpommern, in Mecklenburg-Vorpommern mehr als in Hol←47 | 48→stein, d. h. die Spirantisierung des g nimmt von Westen nach Osten zu. In allen drei Regionen sind die Werte höher als im restlichen norddeutschen Gebiet.“122

7 Zusammenfassung

Die mecklenburgisch-vorpommersche Regionalsprache erweist sich als eine in ihren Merkmalen markante und von den benachbarten Großräumen deutlich abgegrenzte regionalsprachliche Konfiguration. Der Basisdialekt und der Regiolekt zeigen eine Nord-Süd-Gliederung und eine gewisse Ost-West-Differenzierung. Die regionalsprachliche Entwicklungsdynamik ist durch berlinisch-brandenburgischen regiolektalen Einfluss gekennzeichnet, der sich im Besonderen in den südlichen und östlichen Landesteilen bemerkbar macht. Dort, vor allem in Mittelpommern, findet sich durchaus eine Wertschätzung des Niederdeutschen bei allerdings stark abnehmendem Gebrauch und einer geringen Repräsentation des Niederdeutschen im Regionalbewusstsein,123 das eher vom Regiolekt getragen wird. In dieser Hinsicht schließt sich die südöstliche Region an die brandenburgische Entwicklung an. Die soziostrukturellen Gegebenheiten des Landes lassen eine sich fortsetzende Aufgabe lokaler Sprachformen und einen weiteren Übergang zur Verwendung des Regiolekts erwarten. Die Weitergabe lokalsprachlicher Traditionen dürfte angesichts der Bevölkerungsabwanderung weiter zurückgehen. Der Regiolekt hingegen genießt hohes Ansehen, ist weit verbreitet und besitzt regionale Eigenständigkeit im Bewusstsein seiner Sprecher.

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Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern: Bevölkerung, Haushalte, Familien, Fläche. Landesdaten im Überblick (2014). 2014. [Online-Ressource: http://www.statistik-mv.de (17.03.2015)]←53 | 54→

Stellmacher, Dieter: Ostniederdeutsch. In: Althaus, Hans Peter/Henne, Helmut/Wiegand, Herbert Ernst (Hrsg.): Lexikon der Germanistischen Linguistik. Berlin/New York, 1980, S. 464–468.

Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern: Niederdeutsch in der Schule. Verwaltungsvorschrift des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur vom 9. März 2004. In: Mecklenburg-Vorpommern. Mitteilungsblatt des Ministeriums für Bildung, Wissenschaft und Kultur 4/2004, S. 222–224.

Vierter Bericht der Bundesrepublik Deutschland gemäß Artikel 15 Absatz 1 der Europäischen Charta der Regional- oder Minderheitensprachen. Bonn 2010.←54 | 55→


1 Elmentaler/Rosenberg 2015.

2 Mihm 2000, S. 2116. Vgl. Schönfeld 1990, S. 117.

3 Vgl. Schönfeld 1990, S. 117; Kehrein 2012, S. 312.

4 Vgl. Schönfeld 1990, S. 117.

5 Sanders 1982, S. 74. Vgl. Niebaum 1986, S. 23.

6 Niebaum 1986, S. 30. Vgl. Foerste 1957, Sp. 1885.

7 Vgl. Kratz 1865; Foerste 1957, Sp. 1885.

8 Vgl. Schönfeld 1990, S. 97–98.

9 Vgl. Gundlach 1967, S. 181.

10 Vgl. Gundlach 1967, S. 181; Gernentz 1974, S. 223; Stellmacher 1980, S. 466; Schönfeld 1990, S. 98; Schröder 2004, S. 50; Kehrein 2012, S. 299. Zu Rügen vgl. Herrmann-Winter 2013, S. 94.

11 Gundlach 1988, S. 427.

12 Vgl. den Beitrag von Ehlers in diesem Band.

13 Protze 1997, S. 9.

14 Schönfeld 1989, S. 66.

15 Kretschmer 1918, S. 47.

16 Kretschmer 1918, S. 47, Hervorhebung im Original.

17 Böttcher 1922, S. 105.

18 Vgl. Sodmann 1983, S. 117–118, 124–125.

19 Brandt 2014, S. 66.

20 Rösler 1981, S. 68.

21 Balck 1903, S. 103.

22 Krüger 2005, S. 3.

23 Vgl. Schönfeld 1990, S. 125.

24 Vgl. Schönfeld 1989, S. 66.

25 Schönfeld 1989, S. 140.

26 Protze 1997, S. 9.

27 Lasch [1911–12] 1979, S. 486.

28 Vgl. Schönfeld 1990, S. 99.

29 Ehlers (i. Vorber.).

30 Herrmann-Winter 1985, S. 373.

31 Foerste 1957, Sp. 1888.

32 Herrmann-Winter 2003, S. 207.

33 Lindow/Möhn/Niebaum/Stellmacher/Taubken/Wirrer 1998, S. 157.

34 Dost 1981, S. 121.

35 Dost 1981, S. 122.

36 Vgl. Gernentz 1974, S. 232; Herrmann-Winter 1979, S. 152; Schönfeld 1990, S. 98; Lauf 1996, S. 198; Mihm 2000, S. 2116; Kehrein 2012, S. 310–311.

37 Vgl. Gernentz 1980, S. 149.

38 Mihm 2000, S. 2114. Vgl. Herrmann-Winter 1979, S. 152.

39 Grimme 1922, S. 8.

40 Vgl. Möhn 1983, S. 639.

41 Schönfeld 1990, S. 128–129.

42 Gundlach 1988, S. 436.

43 Vgl. Schönfeld 1989, S. 140; Schönfeld 1990, S. 128.

44 Gernentz 1974, S. 219.

45 Ehlers 2013.

46 Gernentz 1974, S. 216.

47 Gernentz 1974, S. 220.

48 Gernentz 1974, S. 220.

49 Gernentz 1974, S. 220.

50 Vgl. Gernentz 1974, S. 240; Gundlach 1967, S. 175; Dost 1980, S. 149.

51 Schönfeld 1990, S. 128.

52 Gosselk 1924 nach Gernentz 1974, S. 218.

53 Vgl. Ehlers 2017.

54 Gundlach 1967, S. 174.

55 Gernentz 1974, S. 240–241.

56 Herrmann-Winter 1974, S. 173.

57 Herrmann-Winter 1979, S. 152–155.

58 Herrmann-Winter 1995, S. 186.

59 Gernentz 1974, S. 242–243.

60 Schönfeld 1981, S. 113–119.

61 Schönfeld 1981, S. 116.

62 Mattheier 1980, S. 50.

63 Schönfeld 1981, S. 117.

64 Schönfeld 1981, S. 118.

65 Osnowski 1998, S. 273–274. Vgl. Rösler 1998, S. 259; Brendel 2008, S. 37–46; Herrmann-Winter 1998.

66 Osnowski 1998, S. 275. Zur Einbeziehung von Dialekt und Regiolekt in Mecklenburg-Vorpommern in verschiedenen öffentlichen Sprachdomänen vgl. Herrmann-Winter 1998 und Möller 2004.

67 Schönfeld 1989, S. 103.

68 Vgl. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern 2014.

69 Vgl. Bundesagentur für Arbeit 2012.

70 Vgl. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern 2009.

71 Vgl. Statistisches Amt Mecklenburg-Vorpommern 2009.

72 Bundesinstitut für Bau-, Stadt- und Raumforschung 2012, S. 79.

73 Möller 2008, S. 32.

74 Allensbacher Archiv: IfD-Umfrage 10016. Die Frage nach „Plattdeutsch“ bzw. „Norddeutschem Platt“ kann sich auf alle Formen regionaler Sprache beziehen.

75 Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur 2004, S. 1. In seinem Landesprogramm „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“ (2016, S. 7) sieht das Ministerium für Bildung, Wissenschaft und Kultur Mecklenburg-Vorpommern als dritte Fördersäule „Plattdeutsch als freiwilliges reguläres Schulfach in den weiterführenden Schulen“ vor. Als Voraussetzung hierfür wird u. a. die Einrichtung eines Kompetenzzentrums Didaktik des Niederdeutschen in Greifswald angeregt (Landesprogramm „Meine Heimat – Mein modernes Mecklenburg-Vorpommern“ 2016, S. 8).

76 Vierter Bericht der Bundesrepublik Deutschland 2010, S. 2.

77 Vierter Bericht der Bundesrepublik Deutschland 2010, S. 10.

78 Vierter Bericht der Bundesrepublik Deutschland 2010, S. 5.

79 Zum Niederdeutschstudium an der Universität Greifswald vgl. den Beitrag von Arendt in diesem Band. Vgl. auch Möller 2004, S. 290–292.

80 Vierter Bericht der Bundesrepublik Deutschland 2010, S. 10.

81 Arendt 2012, S. 109.

82 Arendt 2011, S. 74.

83 Arendt 2012, S. 115.

84 Herrmann-Winter 1979, S. 173.

85 Herrmann-Winter 1979, S. 148–152.

86 Herrmann-Winter 1979, S. 152.

87 Herrmann-Winter 1979, S. 152.

88 Herrmann-Winter 1979, S. 174.

89 Lauf 1996.

90 Lauf 1996, S. 200–205.

91 Vgl. Lauf 1996, S. 198.

92 Vgl. Lauf 1996, S. 204.

93 Vgl. Ehlers 2011.

94 Dahl 1974.

95 Schönfeld 1989, S. 71–72.

96 Kehrein 2012, S. 309–313.

97 Kehrein 2012, S. 309.

98 Kehrein 2012, S. 311.

99 Herrmann-Winter 1979.

100 Dahl 1974; Gernentz 1974.

101 Kehrein 2012, S. 311.

102 Nach Dahl 1974.

103 Ehlers (i. Vorber.).

104 Ehlers (i. Vorber.).

105 Kehrein 2012, S. 313.

106 Kehrein 2012, S. 313.

107 Vgl. Ehlers (i. Vorber.).

108 Herrmann-Winter 1979; Schönfeld 1981, 1989, 1990; Lauf 1996; Mihm 2000; Kehrein 2012.

109 Vgl. Lauf 1996, S. 198.

110 Kehrein 2012, S. 310. Vgl. Schönfeld 1989, S. 90.

111 Vgl. Lauf 1996, S. 204–205.

112 Kehrein 2012, S. 311.

113 Mihm 2000, S. 2116. Ähnlich bereits Herrmann-Winter 1979, S. 152.

114 Schönfeld 1989, S. 89–95.

115 Schönfeld 1989, S. 103.

116 Schönfeld 1989, S. 91.

117 Schönfeld 1989, S. 103.

118 Vgl. Elspass/Möller 2003 ff., 6. Runde, Frage 3.

119 Vgl. Elmentaler/Rosenberg 2015.

120 Schröder 2015, S. 39.

121 Scharioth 2015.

122 Scharioth 2015, S. 107.

123 Vgl. Scharioth 2015.