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Pflegequalität im Institutionenmix

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Edited By Indra Spiecker gen. Döhmann and Astrid Wallrabenstein

Pflegequalität ist eine komplexe Herausforderung an alle Akteure und daher auch Aufgabe und Ziel der zahlreichen Regelungsebenen des Pflegesektors. In diesem Sinne führt der Tagungsband des «ineges» diese verschiedenen Ebenen und Regulierungsansätze unter dem Motto des Institutionenmix zusammen. Welche alten und neuen Instrumentarien gibt es? Wie wirken sie zusammen oder auch nicht? Welche Bedarfe werden (noch) nicht befriedigt? Der Band enthält Beiträge von ausgewiesenen Expertinnen und Experten des Gesundheitsrechts, die sich anhand aktueller Fragen aus dem Bereich der Qualitätssicherung in der Pflege mit den Möglichkeiten und Grenzen rechtlicher Regulierung im Gesundheitswesen befassen. Dabei wird auch die neueste Gesetzgebung, insbesondere das Pflegestärkungsgesetz II, erörtert.

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Schlusswort: Qualitätssicherung von Pflegeleistungen im Wettbewerb (Prof. Dr. Indra Spiecker gen. Döhmann, LL.M. (Georgetown Univ.))

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Indra Spiecker gen. Döhmann

Schlusswort: Qualitätssicherung von Pflegeleistungen im Wettbewerb

Wer alt ist, wer dement ist, wer hilfsbedürftig ist, wer eingeschränkt ist, braucht die Hilfe der Sozialgemeinschaft. Er braucht diese Hilfe nicht nur, um ein würdiges Leben führen zu können. Und er braucht diese Hilfe nicht nur im Tatsächlichen: Rollator, Pflegebett und Medikamenteneinstellung sind unabdingbar, können aber wirkungsvoll nur dann geleistet werden, wenn ihre Qualität gesichert ist. Gerade diese Kontrolle können alte Menschen oftmals selbst nicht mehr leisten. Ihnen fehlen die geistigen und tatsächlichen Möglichkeiten zum Vergleich; technische Unkenntnis führt dazu, dass existente Möglichkeiten nicht genutzt werden; Informationsasymmetrien und Unsicherheit sind vorprogrammiert; Grundbedingungen des Funktionierens von Privatautonomie und Selbstbestimmung sind fraglich geworden. Hinzu kommen strukturelle Defizite und Marktversagenserscheinungen: Da als Pflegebedürftiger der Wechsel von einer Pflegeeinrichtung in eine andere kaum möglich ist, die „Exit“-Option also regelmäßig ausscheidet, „Voice“ aber aufgrund der persönlichen Einschränkungen gleichfalls nicht mehr möglich ist, sind wichtige Voraussetzungen für ein Marktversagen gegeben. Schlechte Leistungen werden in der Konsequenz nicht automatisch mit geringer Nachfrage beantwortet; hohe Preise geben nicht zwangsläufig eine gute Qualität wider. Pflegeleistungen sind daher mindestens so anfällig wie andere Gesundheitsleistungen für Marktversagen, und eine wettbewerbliche Ausrichtung des Pflegesystems bedarf einer mindestens ebenso aufmerksamen und kenntnisreichen Steuerung1.

Daher muss sich die Hilfestellung, die dem alten und pflegebedürftigen Menschen...

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