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Der Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im 14. Jahrhundert

Ein Beitrag zur historischen Stadt- und Kanzleisprachenforschung

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Christopher Kolbeck

Der Autor verknüpft stadtsprachliche und kanzleisprachliche Historiolinguistik durch die sprachwissenschaftliche Edition historischer Urkunden und deren linguistische Auswertung. Graphematische, morphologische und onomastische Untersuchungen erschließen den Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im Übergangszeitraum vom Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen.

Dadurch ist dieses Buch auch ein Beitrag zur Soziopragmatik und ihrer elementaren Frage «Wie kommuniziert wer wann warum?», die es durch Analysen ausgewählter Phänomene im Hinblick auf Varianz zu beantworten gilt.

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1. Einführung

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1.1 Stadt- und Kanzleisprachenforschung

Der eigentlichen Aufgabe der historischen Stadtsprachenforschung und der Kanzleisprachenforschung geht – abgesehen von theoretischen Publikationen – archivalische Pionierarbeit voraus. Sprachhistorikerinnen und Sprachhistoriker stellen sich konkreten Fragestellungen, dies können Untersuchungen zur Syntax, Textgrammatik, Graphematik, Phonetik, Lexik, Onomastik, Morphologie, Dialektologie oder Pragmatik sein, regional begrenzt oder kontrastiv im (inter-)nationalen, überregionalen Vergleich. Im Fokus stehen einerseits die Schreibenden und Schreibstätten, andererseits ihr Sprachkontakt, ihre Ausbildung und ihre Sozialisierung. Die Kanzleisprachenforschung beschäftigt sich eher mit institutionellem Schriftgut, also allem, was innerhalb einer Kanzlei produziert wurde, während sich die historische Stadtsprachenforschung allem widmen darf, was im Kontext „Sprache“ und „Stadt“ steht. Die vorliegende Arbeit vereint beides, erstmals wird Straubing als Stadt Gegenstand kanzleisprachlicher Untersuchungen.

Der Fülle an Quellen und interessanten Themen geschuldet, sind es generell meist kleinere, oft auf Kleinstkorpora basierende Einzeluntersuchungen, die uns einen Einblick in historische Sprachstufen geben – und dies in vielfältigster Art und Weise, was Titel wie „aus Gnaden mit dem Schwert gericht… Zum Sprachgebrauch eines Nürnberger Henkers um 16001“ oder „Nürnberger Bürgertöchter der frühen Neuzeit im historiografischen und privatbrieflichen Diskurs“2, „Arkane Confessio oder Regiolekt mit Konfessionshintergrund? Fragen zum soziofunktionalen Status grafischer Varianten in ostoberdeutschen frühneuzeitlichen Drucken“3 thematisch doch sehr eindrucksvoll unter Beweis stellen. Die Forderung ← 11 | 12 → nach größeren, systematisch aufbereiteten sprachhistorischen Korpora ist allgegenwärtig und muss an dieser Stelle gebetsmühlenartig wiederholt werden – die vorliegende Arbeit soll aber auch diesbezüglich einen Teil beitragen, einen...

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