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Der Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im 14. Jahrhundert

Ein Beitrag zur historischen Stadt- und Kanzleisprachenforschung

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Christopher Kolbeck

Der Autor verknüpft stadtsprachliche und kanzleisprachliche Historiolinguistik durch die sprachwissenschaftliche Edition historischer Urkunden und deren linguistische Auswertung. Graphematische, morphologische und onomastische Untersuchungen erschließen den Schreibusus der städtischen Kanzlei Straubing im Übergangszeitraum vom Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen.

Dadurch ist dieses Buch auch ein Beitrag zur Soziopragmatik und ihrer elementaren Frage «Wie kommuniziert wer wann warum?», die es durch Analysen ausgewählter Phänomene im Hinblick auf Varianz zu beantworten gilt.

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4. Fazit und Ausblick

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Die Zielsetzung, einen detaillierten Überblick und Einblick in eine bislang unerforschte Schreibregion in Ostbayern zu geben, erwies sich v.a. für das 14. Jahrhundert äußert aufwändig, da keine Korpora vom Übergang vom Mittelhochdeutschen zum Frühneuhochdeutschen existieren. Dies ist nun nicht mehr der Fall, die ältesten Stadturkunden der Donaustadt Straubing liegen der Wissenschaft hiermit vor. Interessant für diese Zeit: Die fnhd. Diphthongierung wurde zu über 80% verschriftlicht, die fnhd. Monophthongierung im Korpus jedoch kaum, was typisch für regionale Variation ist: die nur in Teilen – im heutigen Dialekt immer noch nicht – in den Quellen realisierte Monophthongierung ist Erkennungsmerkmal für diese Sprach- bzw. Schreibregion, ein eindeutiges Identifizierungsmerkmal. Die Verschriftung der Nukleussenkung lässt aufgrund der hohen Schreibvarianz klar erkennen, dass die Diphthongschreibung die Schreiber offensichtlich vor größere Probleme stellte, auf die sie mit Diakritika und individuellen Lösungen zu reagieren versuchen. Dies ist ein Sinnbild für den Weg zum Frühneuhochdeutschen, auf dem sich Straubinger Stadtkanzlei zweifelsohne befindet.

Die Rundung wurde, wie dies für den oberdeutschen Sprachraum zu erwarten war, verschriftet, die Hebung hingegen unterbleibt, wie in der Forschungsliteratur angenommen, gänzlich, beides ebenfalls Marker einer Sprachregion. Erstaunlicherweise aber wird die Senkung kaum, wenn überhaupt, verschriftet, faktisch eine Unsicherheit der Schreiber oder ein sich im Wandel befindlicher Verschriftungsprozess.

Die Verschriftung von bzw. , auch die Verschriftung von , ist für das 14. Jahrhundert im Hinblick auf Initial-, Medial-...

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