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Fachgeschichte in der Literaturdidaktik

Historiographische Reflexionen für Theorie und Praxis

Series:

Christian Dawidowski and Nadine J. Schmidt

Der Sammelband regt zum ersten Mal dazu an, die fachgeschichtliche Theoriebildung zur Geschichte des Deutschunterrichts hinsichtlich ihres Ertrags und ihrer Legitimation für die Disziplin der Literaturdidaktik zu reflektieren. Darüber hinaus steht der Konnex zwischen fachgeschichtlichem Wissen und dem bildungspolitischen Auftrag innerhalb der Lehrerausbildung im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wird eine Doppelperspektive angezielt: Neben der Diskussion fachgeschichtlicher Inhalte geht es zeitgleich auch um den Stellenwert fachgeschichtlichen Denkens überhaupt. Die Beiträge setzen sich mit einer disziplinären Klärung und Straffung auseinander oder zeigen an konkreten Beispielen auf, wie fachgeschichtliches Denken in der Lehrerausbildung fruchtbar gemacht werden kann.

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Zur Kreativität philologischer Erkenntnis in komparatistischer Absicht (Christoph König)

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Christoph König

Zur Kreativität philologischer Erkenntnis in komparatistischer Absicht1

Abstract: Philological literary criticism necessarily shapes its practice in the epistemological quest to know its premises. Philology is, therefore, as much a philosophical activity as it is a historical one. This essay claims in a general sense that only in the analysis of the philological practice of reading the meaning of any literary work of art is accessible; this analysis is directed towards one’s own practice and towards the history of interpretations. General principles of valid and critical philological praxis are the result of the argument in this article.

Die Philologie als Verfahren, den Sinn von Texten zu verstehen und dabei die Voraussetzungen des Verstehens zu reflektieren, hat in der globalen Geschichte verschiedenste Gestalten angenommen. Vertraut sind uns die deutschen Modelle einer national orientierten und einer komparatistischen Disziplinenbildung. Darauf konzentriert sich bislang die Wissenschaftsgeschichte. Doch erkenntnisträchtiger erweist sich zusehends eine Komparatistik der Philologien, die ebenso vergessene eigene Traditionen heranzieht, wie sie den weltweiten Vergleich sucht, etwa in chinesischen Traditionen der Interpretation von Literatur in Gedichten (Michael Lackner),2 in der Rivalität einer poetischen und einer philologischen Disziplin in der arabischen Kultur im 9. Jahrhundert (Beatrice Gruendler),3 oder im Schaffen einer Dichtersprache kraft der ,rasa‘-Theorie durch Sanskritgelehrte (Sheldon Pollock)4. Die Art philologischer Erkenntnis bemisst sich also weniger ← 57 | 58 → an einer bestimmten institutionellen Gewohnheit, sondern an den Formen einer globalen und historischen Praxis. Man muss die...

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