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Fachgeschichte in der Literaturdidaktik

Historiographische Reflexionen für Theorie und Praxis

Series:

Christian Dawidowski and Nadine J. Schmidt

Der Sammelband regt zum ersten Mal dazu an, die fachgeschichtliche Theoriebildung zur Geschichte des Deutschunterrichts hinsichtlich ihres Ertrags und ihrer Legitimation für die Disziplin der Literaturdidaktik zu reflektieren. Darüber hinaus steht der Konnex zwischen fachgeschichtlichem Wissen und dem bildungspolitischen Auftrag innerhalb der Lehrerausbildung im Mittelpunkt des Interesses. Dabei wird eine Doppelperspektive angezielt: Neben der Diskussion fachgeschichtlicher Inhalte geht es zeitgleich auch um den Stellenwert fachgeschichtlichen Denkens überhaupt. Die Beiträge setzen sich mit einer disziplinären Klärung und Straffung auseinander oder zeigen an konkreten Beispielen auf, wie fachgeschichtliches Denken in der Lehrerausbildung fruchtbar gemacht werden kann.

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Die Modernisierung des Deutschunterrichts und der Didaktik nach 1965 (Harro Müller-Michaels)

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Harro Müller-Michaels

Die Modernisierung des Deutschunterrichts und der Didaktik nach 1965

Abstract: Changes in the theory and praxis of teaching German in the mid-sixties are promoted by developments in politics, culture and the sciences. For the period from 1965 to the present, five positions are explained: From didactics as theory of contents to the paradigm of competences. For teachers of German, knowledge of the history of their professional field is essential to promote self-reflexivity.

„Das Vergangene ist nicht tot; es ist nicht einmal vergangen. Wir trennen es von uns ab und stellen uns fremd.“1 Der erste Satz aus Christa Wolfs Roman „Kindheitsmuster“ lebt nicht nur im allgemeinen Gedächtnis, sondern wird aufschlussreich, wenn wir über die Geschichte der Wissenschaften und des Unterrichts nachdenken. Für die Arbeit an der Geschichte des Deutschunterrichts und seiner Theorie bedeutet die Einsicht in die Dialektik von Vergangenem und Gegenwärtigem mindestens zweierlei. Zum einen stärkt sie die Gewissheit, dass vergangene Praxis und Konzepte von Unterricht sowie Begründungen ihrer Grundannahmen fortwirken. Geschieht das unreflektiert, werden Muster des didaktischen Handelns und Denkens zu Ritualen, die sich gegen Innovationen sperren. Wird man sich aber der fortgeltenden Tradition bewusst, dann wird man sie mit Blick auf ihre Geltung kritisch prüfen, das gegenwärtige Bemühen im Lichte des Vergangenen sehen und sie als Maß für den Grad notwendiger Veränderungen begreifen. Nur als gebrochene Gewissheit ist die Fortgeltung vergangener Einsichten und Praktiken zu...

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