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Neurolinguistik, Klinische Linguistik, Sprachpathologie

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Carsten Kochler, Tanja Rinker and Eberhard Schulz

Neurolinguistik erforscht den Zusammenhang von Sprache und Gehirn. Dabei besonders aufschlussreich sind Verletzungen und Krankheiten des Gehirns und ihre Auswirkungen, so Sprachpathologien wie Aphasien (etwa nach Schlaganfall) oder Sprachabbau bei Demenzen, aber auch Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel specific language impairment oder Autismus. Hier wird Neurolinguistik zur Klinischen Linguistik. Jetzt geht es allerdings – gerade mit Blick auf Diagnostik und Therapie – nicht mehr nur um Grundlagenfragen, sondern ganz generell um sprachliche Auffälligkeiten (auch etwa im Rahmen des Gesprächsverhaltens bei Epilepsien oder dissoziativen Anfällen oder Angst sowie bei bindungsgestörten Kindern). Der Band bietet einen Einblick in derzeit zentrale Forschungsfragen der Neurolinguistik.

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Zum Geleit (Carsten Kochler / Christiane Weigand)

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Carsten Kochler (Berlin, Freiburg i.Br.), Christiane Weigand (Freiburg i.Br.)

Zum Geleit

Der Band „Neurolinguistik, Klinische Linguistik, Sprachpathologie“ trägt dem Umstand Rechnung, dass sich zum einen die Klinische Linguistik nicht in ‚rein‘ neurolinguistischen (Grundlagen-)Studien erschöpft, sondern auch z. B. gesprächsanalytische Ansätze oder didaktische Reflexionen in Diagnose (vgl. u. a. den Beitrag von Barbara Frank-Job, Elisabeth Gülich et al. und von Gerrit Merkel et al.) und Therapie (vgl. Nils Lürmann) bzw. Therapie-Studien umfasst (vgl. den Beitrag von Raija Kuckuk et al.). Zugleich geht die Neurolinguistik weit über klinische Fragestellungen hinaus, so in Arbeiten zur kindlichen Mehrsprachigkeit ganz generell oder zur Zweisprachigkeit im Rahmen der Migration (vgl. den Beitrag von Tanja Rinker).

Sprachliche Auffälligkeiten und -pathologien wie Aphasien oder kindliche Sprachentwicklungsstörungen (so SLI, also ‚spezifisch sprachentwicklungsgestörte Kinder‘, oder ADHS bzw. ‚Aufmerksamkeitsdefizit- und Hyperaktivitätssyndrom‘ oder Autismus – besser: ‚Autismus-Spektrum-Störung‘) stellen einen klassischen Schnittbereich von Neurolinguistik und Klinischer Linguistik dar. Lange Zeit vernachlässigt waren hier die inzwischen umfänglich aufgearbeiteten Sprachabbau-Phänomene bei dementiellen Erkrankungen wie der Alzheimerschen Erkrankung (vgl. vorweg den einführenden Überblick von Klaus Schmidtke und dann vor allem die Beiträge von Elke Schumann und von Britta Wendelstein).

Der hier vorgelegte Sammelband ist gewissermaßen eine Festschrift für das Neurolinguistische Labor Freiburg (zunächst als Teil des Deutschen Seminars, dann eingegliedert in die „Klinik für Psychiatrie, Psychotherapie und Psychosomatik im Kindes- und Jugendalter“, ärztlicher Direktor: Prof. Dr. med. Eberhard...

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