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Neurolinguistik, Klinische Linguistik, Sprachpathologie

Michael Schecker zum 70. Geburtstag

Series:

Edited By Carsten Kochler, Tanja Rinker and Eberhard Schulz

Neurolinguistik erforscht den Zusammenhang von Sprache und Gehirn. Dabei besonders aufschlussreich sind Verletzungen und Krankheiten des Gehirns und ihre Auswirkungen, so Sprachpathologien wie Aphasien (etwa nach Schlaganfall) oder Sprachabbau bei Demenzen, aber auch Entwicklungsstörungen wie zum Beispiel specific language impairment oder Autismus. Hier wird Neurolinguistik zur Klinischen Linguistik. Jetzt geht es allerdings – gerade mit Blick auf Diagnostik und Therapie – nicht mehr nur um Grundlagenfragen, sondern ganz generell um sprachliche Auffälligkeiten (auch etwa im Rahmen des Gesprächsverhaltens bei Epilepsien oder dissoziativen Anfällen oder Angst sowie bei bindungsgestörten Kindern). Der Band bietet einen Einblick in derzeit zentrale Forschungsfragen der Neurolinguistik.

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Elektrophysiologische Korrelate der phonologischen Verarbeitung bei bilingualen Kindern: Mismatch Negativity (MMN) und T-Complex (Tanja Rinker)

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Tanja Rinker (Konstanz)

Elektrophysiologische Korrelate der phonologischen Verarbeitung bei bilingualen Kindern: Mismatch Negativity (MMN) und T-Complex

0. Zusammenfassung / Summary

Keywords: This chapter introduces electrophysiological correlates of phonological processing in mono-and bilingual children with a focus on the MMN and the T-Complex. Two studies with Turkish-German children (MMN-study) and Turkish-German versus Spanish-English children will provide further insight.

Dieses Kapitel gibt einen Einblick in die elektrophysiologischen Korrelate phonologischer Verarbeitung bei mono- und bilingualen Kindern. Besonderes Augenmerk wird hierbei auf zwei Komponenten des Ereignis-korrelierten Potentials (EKPs) gelegt: Die Mismatch Negativity (MMN) und der T-Complex. Neben einem Überblick über Studien in diesem Bereich werden zwei Studien vertieft dargestellt: Zum einen eine Untersuchung von türkisch-deutschen Vorschulkindern anhand der MMN, zum anderen ein Vergleich türkisch-deutscher und spanisch-englischer Kinder anhand des T-Complexes.

1. Einleitung

Zwei- und Mehrsprachigkeit sind heutzutage in Deutschland Normalität; bis zu 50 % aller Kinder eines Jahrgangs wachsen mit mehreren Sprachen auf. Dies gilt auch jenseits städtischer Ballungsräume wie Hamburg oder Berlin: An Grund- und Sonderschulen in Freiburg im Breisgau gaben beispielsweise 39,5 % aller Kinder an, zu Hause eine weitere Sprache außer Deutsch zu sprechen (Decker-Ernst & Schnitzer, 2013). Das globale Phänomen Mehrsprachigkeit ist daher regional anzutreffen und aufgrund jeweiliger Sprach-, Sprachkombinations- und Kontextspezifika nicht nur ein Thema von lokaler Relevanz, sondern es erlebt auch im internationalen Forschungsdiskurs einen sprunghaften Anstieg neurowissenschaftlicher Studien.

Sehr häufig bilden sprachliche Kompetenzen den...

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