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Mit Forscherdrang und Abenteuerlust

Expeditionen und Forschungsreisen Kieler Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler

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Edited By Oliver Auge and Martin Göllnitz

Der Sammelband vereint in sich zehn Beiträge der Ringvorlesung mit dem Titel «Mit Forscherdrang und Abenteuerlust», die die Abteilung für Regionalgeschichte der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel im Sommersemester 2016 durchgeführt hat. In ihren verschriftlichten Beiträgen betrachten die Autorinnen und Autoren des Bandes die Geschichte der Expeditions- und Forschungsreisen als interuniversitäres und transnationales Phänomen. Erstmalig wird konkret für eine Hochschule und der an ihr forschenden Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler nach der Bedeutung und Relevanz von Expeditionen und Forschungsreisen gefragt. Dadurch erarbeiten sie unter anderem für die dänische Galathea-, die englische Challenger- oder die Kieler Plankton-Expedition gänzlich neue Erkenntnisse und Ergebnisse.

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„Das Reizvolle liegt in den Ergebnissen.“ Karl Gripps fast vergessene Arktis-Expeditionen in den 1920er Jahren (Knut-Hinrik Kollex)

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Knut-Hinrik Kollex

„Das Reizvolle liegt in den Ergebnissen.“ Karl Gripps fast vergessene Arktis-Expeditionen in den 1920er Jahren

Spricht man von der Geschichte der Arktis-Forschung, so ist man schnell geneigt, an raubeinige Polarhelden zu denken: Mit einem Bein schon im Grab, springen sie dem kalten weißen Tod gerade so noch von der Schippe, oder aber sie sterben heldenmütig auf dem Weg zum großen Entdeckerziel – natürlich nach Überwinden widrigster Strapazen – doch noch den Abenteurertod. Tatsächlich befasst sich die überwiegende Mehrheit wissenschaftlicher und populärer Literatur mit eben diesen arktischen Heroenfiguren. Ein derartiges Beispiel stellt etwa die gescheiterte Franklin-Expedition Mitte des 19. Jahrhunderts dar, die sich der Entdeckung der (damals noch) mythischen Nordwest-Passage annahm. Obgleich man weder diese noch die Expeditionsteilnehmer wiederfand, entstand eine Vielzahl an Publikationen zu der Thematik.1 Arktis-Reisende jagten also Mythen hinterher oder wurden sogar selbst auf tragische Weise zum Mythos – mitsamt Unsummen privater und öffentlicher Gelder.

Tatsächlich gab es im 19. und 20. Jahrhundert aber eine ganze Reihe weiterer Unternehmungen, denen diese öffentliche Aufmerksamkeit nicht zuteilwurde. Ihnen fehlte der Hauch des Mythischen, sie waren entweder nicht spektakulär genug oder Opfer ihres reibungslosen Verlaufes – sie waren schlicht zu langweilig – ein Problem, das auch heute jeder Forscher kennt, der um eine Forschungsförderung bemüht ist und dessen Interessen gerade nicht ← 189 | 190 → en vogue sind. Zu diesen auf ihre Art auch „tragischen“ Arktis-Forschern lässt sich zunächst der deutsche Geologe Karl Gripp...

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