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Demokratie in der Krise – Die politische Philosophie des Existentialismus heute

Sartre, Camus, Beauvoir im Zwiegespräch mit Kierkegaard, Nietzsche, Schmitt, Arendt, Foucault und Butler

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Edited By Alfred Betschart

Unsere Demokratien stehen vor großen politischen Herausforderungen, nicht zuletzt durch populistische Bewegungen und die Rückkehr nationalistischer Trugbilder. Die Autoren des Bandes befragen das kritische philosophische, emanzipatorische Denken der  Existentialisten Sartre, Camus und Beauvoir nicht nur in ihrem Zwiegespräch miteinander, sondern auch mit Vorläufern, Wegbereitern, Nachfolgern wie Kierkegaard, Nietzsche, Arendt, Foucault und Butler und Gegnern wie Schmitt.

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Knappheit und Geschichte – Sartres Materialismus (Michel Kail / Richard Sobel)

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Michel Kail und Richard Sobel

Knappheit und Geschichte – Sartres Materialismus

Sartre, gemäß der Definition von Deleuze und Guattari1 (1991) ein „großer Philosoph“, ist ein produktiver Schöpfer von Begriffen. Philosophische Begriffe dürfen jedoch nicht bloß definiert, sondern müssen vielmehr in der argumentativen Bewegung des Autors erfasst werden. Entsprechend gilt es, die Begriffe sowohl hinsichtlich der Schwierigkeit ihrer Ortung und Bewältigung wie hinsichtlich der durch sie eröffneten Möglichkeiten zu reflektieren.

Die wissenschaftliche Sprache ist die reine Praktik, die Handlung und Kenntnis im technischen Sinn des Ausdrucks. Das verweist nicht auf den Menschen. Übrigens ist die Anthropologie meiner Meinung nach generell eine zerstörerische Wissenschaft vom Menschen, und zwar gerade, je perfekter und besser sie ihn behandelt in der Annahme, er sei ein wissenschaftlicher Gegenstand, in der Annahme also, er sei nicht auch der, der die Wissenschaft betreibt. Die Philosophie dagegen wendet sich an den, der die Wissenschaften betreibt, und sie kann ihn nicht mit wissenschaftlichen Worten behandeln; sie kann ihn nur mit vieldeutigen Worten behandeln. Die Vorstellung Husserls von der Philosophie als strenge Wissenschaft [dt. im Original; A.d.Ü.] erscheint mir als eine geniale, aber verrückte Idee. Im übrigen ist alles, was Husserl schreibt, höchst mehrdeutig.2

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