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Das Kieler Kunsthistorische Institut im Nationalsozialismus

Lehre und Forschung im Kontext der «deutschen Kunst»

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Karen Bruhn

Die Untersuchung liefert im Rahmen der Aufarbeitung der nationalsozialistischen Vergangenheit der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel neue Erkenntnisse über das Kunsthistorische Institut der CAU und das Engagement seiner Ordinarien Arthur Haseloff und Richard Sedlmaier im NS-Staat. Hierfür beleuchtet die Studie nicht nur die Biographien der Akteure, sondern analysiert u.a. auch deren Lehrveranstaltungen und ihr Mitwirken in NS-spezifischen Forschungsprojekten. Diese Betrachtungen werden um die Untersuchung der wissenschaftlichen Publikationen der Akteure ergänzt, so dass ein umfassender Einblick in die Verstrickung der universalistisch und international ausgerichteten Fachdisziplin der Kunstgeschichte in die Ideologisierungsprojekte des nationalsozialistischen Regimes erfolgt.

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1. Einleitung

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1.   Einleitung

1.1   Hinführung

Maler, bildende Künstler, Ausstellungsmacher, Regisseure und Fotografen beteiligten sich während der Zeit des Nationalsozialismus eifrig daran, die nationalsozialistische Ideologie bildhaft zu unterstützen.1 Kunst spielte für Hitler selbst eine gewichtige Rolle, welche in „Mammutprojekten“ wie den Großen Deutschen Kunstausstellungen (München 1937 bis 1944) oder der Ausstellung zur „Entarteten Kunst“ (München 1937) zum Ausdruck kam. Hier sollten jüdische und missliebige Künstler diskreditiert und gleichzeitig die künstlerische Überlegenheit der arischen Rasse veranschaulicht werden. Die Kunstgeschichte als Fachdisziplin war auf das Engste mit den Verbrechen der NS-Kunstpolitik, wie der Beschlagnahmung von Kunstwerken im Zuge der sogenannten „Entarteten Kunst“ oder dem Kunstraub in den besetzten Gebieten von 1939 bis 1945, verknüpft.

Doch auch durch ihre facheigene Forschung und Lehre konnte die Kunstgeschichte Wirkungsmacht innerhalb der nationalsozialistischen Ideologie entfalten. Denn die Kunst sollte im Nationalsozialismus explizit zur Identitätsstiftung des deutschen Volkes beitragen. Dies gelang durch die kontinuierliche Referenz einer deutschen Kunst, welche die nationalsozialistische Ideologie in ihrem alleinigen Machtanspruch unterfüttern und legitimieren sollte.2 Die Überlegenheit dieser deutschen Kunst zu beweisen und „verstärkt nach der völkischen Substanz der Kunst zu fragen“,3 stellte die primäre Aufgabe der universitären Kunstgeschichte dar, wie Wilhelm Pinder, einer der führenden Kunsthistoriker zwischen 1933 und 1945, in der Festschrift zu Hitlers 50. Geburtstag feststellte. Demnach kann die eingangs angeführte Liste der Mitwirkenden um die deutschen Hochschullehrer und Hochschullehrerinnen...

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