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Didaktische Analyse der Metapher

Theoretische und empirische Rekonstruktion von Verstehensanforderungen und Verstehenspotenzialen

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Marie Lessing-Sattari

Diese Untersuchung verfolgt das Ziel, Metaphorik als Anlass von problementdeckenden Verstehensprozessen und als kognitiv-konstruktiven Unterrichtsgegenstand zu modellieren. Damit widerspricht sie der Tendenz unserer Unterrichtskultur, die Metapher als bloßes Stilmittel zu entproblematisieren, wodurch das metaphorische Erkenntnispotenzial im Deutschunterricht ungenutzt bleibt. Die Autorin entwickelt zunächst die metaphorische Struktur und das verstehende Subjekt getrennt voneinander. Die anschließende Lautes-Denken-Studie nimmt sodann exemplarisch die Interaktion von Struktur und Subjekt in den Blick und leitet daraus Irritation, Ähnlichkeitsdenken und Erkenntnisbildung als zentrale Verstehensanforderungen und Bildungspotenziale ab.

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5. Struktur und Subjekt – exemplarische Rekonstruktion von Verstehenspotenzialen und Verstehensanforderungen

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5.   Struktur und Subjekt – exemplarische Rekonstruktion von Verstehenspotenzialen und Verstehensanforderungen

5.1   Metaphernverstehen verstehen: das qualitative Forschungsdesign

Die Beantwortung der ausgearbeiteten Teilfragen – (1) Wie verstehen konkrete Schülerinnen und Schüler bestimmte Metaphern in einem spezifischen Textzusammenhang? (2) Was sagen diese Verstehensprozesse über das Bildungspotenzial von Metaphorik und die Komplexität ihrer Anforderungsstrukturen aus? – verlangt ein Vorgehen in drei Schritten: Im ersten Schritt sind mittels einer einzelfallorientierten horizontalen Perspektive individuelle Verstehensprozesse zu rekonstruieren und Beobachtungen zu jeweiligen Strategien und Problemen anzustellen (siehe Kapitel 5.2). Im zweiten Schritt werden die Strategien und Probleme der Fälle dann vertikal hinsichtlich der prominenten Struktur des Metaphernfeldes in den drei relevanten Verstehensdimensionen – Metaphernidentifikation, metaphorischen Bedeutungsbildung und Textverständnis sowie Gegenstandserkenntnis – betrachtet. Ziel ist es, zu ermitteln, welche mentalen Handlungen im Umgang mit dem Metaphernfeld einen problementdeckenden Verstehensprozess konstituieren (siehe Kapitel 5.3). Die Ergebnisse dieses Fallvergleichs werden im dritten Schritt zusammengeführt als Schlussfolgerungen zu kognitiv-konstruktiven Bildungspotenzialen und Verstehensanforderungen von solchen Metaphern, die in ihrer Funktion der Orientierung auf ästhetisch motiviertes Verständlichmachen denen des Erhebungstextes gleichen, und durch weiterführende Annahmen zu Metaphern mit eher ästhetischer Funktion ergänzt (siehe Kapitel 5.4).

Das aus der Fragestellung resultierende Interesse an der exemplarischen Verdichtung von Komplexität und nicht an deren Reduktion legt ein qualitatives Forschungsvorgehen nahe (Flick 2007, S. 125; Schreier 2006b, S. 343f.). Die Fragestellung zeichnet sich durch ihren Fokus auf spezifische Verstehensprozesse, Metaphern als Gegenstände und die diesbezüglich entwickelten theoretischen Vorannahmen dabei...

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