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Der Anspruch auf Freizeitausgleich

Eine rechtsdogmatische Analyse

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Hilmar Rölz

Der Freizeitausgleich ist zu einem festen Bestandteil der arbeitsvertraglichen Praxis geworden, was insbesondere Folge der veränderten Wertschätzung der «Selbstverwirklichung» außerhalb der Arbeit ist. Geläufig ist er vor allem als Ausgleich für Überstunden. Seine Erscheinungsformen sind jedoch nicht nur auf den Ausgleich für Überstunden beschränkt, sondern auch in anderen Bereichen des Arbeitsrechts, wie der Nachtarbeit oder der ehrenamtlichen Betriebsratstätigkeit, wiederzufinden. So verankert der Anspruch in unserem allgemeinen Sprachgebrauch ist, seine rechtsdogmatischen Grundlagen sind nahezu unergründet. Der Autor nimmt dies zum Anlass, den Anspruch einer systematischen Untersuchung zu unterziehen.

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Kapitel 1: Einleitung

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Kapitel 1:  Einleitung

Der Freizeitausgleich ist ein allgemein bekanntes Phänomen der Arbeitswelt. Geläufig ist es vor allem als Ausgleich für Überstunden. Ein jeder vermag sich vorzustellen, was sich hinter dem Phänomen verbirgt: Statt an meinem Arbeitsplatz zu sein, wo ich eigentlich sein sollte, genieße ich meine Freizeit. So verankert der Anspruch in unserem allgemeinen Sprachgebrauch auch ist, die rechtsdogmatischen Grundlagen des Anspruchs sind nahezu unergründet.

So weist der Anspruch auf Freizeitausgleich aus juristischer Sicht eine große Vielschichtigkeit und Komplexität auf. Seine Erscheinungsformen sind nicht nur auf den Ausgleich von Überstunden beschränkt, sondern auch in anderen Bereichen des Arbeitsrechts, wie dem Bereich der Nachtarbeit oder der ehrenamtlichen Betriebsratstätigkeit, wiederzufinden. Der Anspruch auf Freizeitausgleich zeigt sich tatsächlich in einem wechselnden Gewand, was ihn für eine dogmatische Analyse prädestiniert.

Neben der dogmatischen Vielschichtigkeit steht die enorm hohe praktische Relevanz des Anspruchs. In der betrieblichen Praxis hat sich der Anspruch auf Freizeitausgleich als eine Möglichkeit zum Ausgleich von Überstunden und Mehrarbeit längst etabliert und bewährt. Ein Arbeitnehmer1, der einen Überschuss an vertraglich geschuldeten Arbeitsstunden leistet, bleibt dafür an einem anderen Tag innerhalb seiner regulären Arbeitszeit der Arbeit fern und erhält trotzdem seinen Lohn in ungekürztem Umfang. Freizeitausgleich versteht sich somit aus praktischer Sicht als ein simples Institut, um das Gleichgewicht des vertraglichen Synallagmas herzustellen.

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