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Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

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Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

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A. Einleitung

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A.  Einleitung

„Adoptio naturam imitatur“.1 Dieser Grundsatz, der aus dem Römischen Recht stammt und demzufolge „die Adoption die Natur nachahmen solle“, hat auch heute noch einen erheblichen Einfluss auf das Adoptionsverfahren.

Seitdem das Bürgerliche Gesetzbuch in Kraft getreten ist, hat sich die soziale Bedeutung des Adoptionsrechts grundlegend geändert. Die Annahme eines Kindes verfolgt nicht mehr den Zweck, Fortbestand des Namens und des Vermögens zu sichern, sondern dem Kind eine harmonische und lebenstüchtige Familie zu bieten, in der es mit der notwendigen Geborgenheit und den besten Entwicklungsbedingungen heranwachsen kann, was ihm in seiner Ursprungsfamilie verwehrt wurde.2 Die Adoption ist damit ein Rechtsinstitut, um Kindern, die in verarmten und sozial prekären Verhältnissen aufwachsen, ein Leben jenseits dieser Umstände zu ermöglichen. Immer wieder kommt es vor, dass Kinder in Familien leben, in denen sie vernachlässigt oder misshandelt werden. Betrachtet man darüber hinaus die kriegsverbrecherischen und gewalttätigen Vorkommnisse in zahlreichen afrikanischen und asiatischen Staaten, zeigt sich, dass Handlungsbedarf besteht und alles Erforderliche getan werden muss, um möglichst vielen Kindern ein stabiles und fürsorgliches Umfeld in einkommensstärkeren Familien zu verschaffen. Möglich machen dies die Inlands- und Auslandsadoption. Die rechtlichen Adoptionsvoraussetzungen werden durch das BGB bereitgehalten. Die Annahme als Kind ist zulässig, wenn sie dem Wohl des Kindes dient und zu erwarten ist, dass zwischen dem Annehmenden und Anzunehmenden ein Eltern-Kind-Verhältnis entsteht (§ 1741 Abs. 1 S. 1 BGB). Dieser...

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