Show Less
Restricted access

Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

Series:

Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

Show Summary Details
Restricted access

D. Die Altersgrenzen bei der Adoption nach dem heutigen BGB

Extract

← 22 | 23 →

D.  Die Altersgrenzen bei der Adoption nach dem heutigen BGB

Besondere Beachtung muss dem Alter der Adoptionsbewerber zukommen. Ein zu hohes Alter ist nämlich in dem Sinne für das Adoptionsverfahren relevant, dass es für Adoptionsvermittlungsstellen bereits als Ausschlusskriterium dienen kann. Dabei muss zwischen dem Mindest- und Höchstalter differenziert werden. Ersteres ist gesetzlich in § 1743 BGB normiert. Nach § 1743 S. 1 Hs. 1 BGB muss der Annehmende das 25. Lebensjahr vollendet haben. Von diesem Grundsatz werden zwei Ausnahmen zugelassen: In den Fällen des § 1741 Abs. 2 S. 3 BGB, also wenn ein Ehegatte das Kind des anderen Ehegatten annimmt, genügt es, wenn dieser das 21. Lebensjahr vollendet hat (§ 1743 S. 1 Hs. 2 BGB). Zudem reicht bei der Annahme durch ein Ehepaar die Vollendung des 21. Lebensjahres durch einen der Ehegatten aus, wenn der andere Ehegatte mindestens 25 Jahre alt ist (§ 1743 S. 2 BGB).

Weder von einem Mindestaltersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden noch von einem Höchstalter der Adoptionsbewerber oder einem Höchstaltersabstand ist im BGB die Rede. Diese Altersgrenzen sollen nach der Intention des Gesetzgebers durch die Adoptionsvermittlungsstellen, die einen gewissen Gestaltungsspielraum haben, festgelegt werden. Die Vermittlungsstellen führen nämlich die Elterneignungsprüfung durch und können demnach durch Einzelfallentscheidungen am besten beurteilen, ab welcher Altersgrenze keine natürliche Eltern-Kind-Beziehung gewährleistet und das Wohl des Kindes gefährdet ist. Um die Entwicklung eines geschwisterähnlichen Verhältnisses zu vermeiden und von einem Eltern-Kind-Verh...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.