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Altersgrenzen und Altersabstand zwischen Annehmenden und Anzunehmenden bei der Adoption

Bestandsaufnahme und Reformvorschlag

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Sascha Scheikholeslami-Sabzewari

Die Altersvorgaben im Adoptionsrecht sind mit der heutigen gesellschaftlichen Realität, in der Menschen immer später Eltern werden, nicht vereinbar. Der Autor analysiert adoptionsrechtliche Fragestellungen in Bezug auf die Inlands- und Auslandsadoption. Die Studie bietet vor allem durch einen Rechtsvergleich neue Erkenntnisse, die verdeutlichen, dass die aktuelle Gesetzesfassung zwingend reformbedürftig ist. Der Reformvorschlag des Autors zielt darauf ab, die Altersgrenzen im BGB ausführlicher zu normieren und durch dispensable Lösungsmöglichkeiten flexibler zu gestalten. Mit diesen Reformen steht im Vordergrund, dass die Wahrung des Kindeswohls gewährleistet wird.

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E. Altersgrenzen bei der Adoption nach ausländischen Rechtsordnungen

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E.  Altersgrenzen bei der Adoption nach ausländischen Rechtsordnungen

Ein Blick auf ausländische Rechtsordnungen soll dem deutschen Gesetzgeber vor Augen führen, dass die aktuelle Fassung des § 1743 BGB zwingend reformbedürftig ist.

Das Hauptaugenmerk soll hierbei im Besonderen auf die Rechtslage in der Schweiz und in Österreich gerichtet sein. Sie eignen sich unter anderem deshalb als Vergleichsländer, weil sowohl das ZGB als auch das ABGB – anders als das BGB – einen Mindestaltersabstand gesetzlich normieren. Die Schweiz und Österreich sind auch aus folgenden Gründen der besonderen Betrachtung wert: Der Oberste Gerichtshof Österreichs hat den in § 193 Abs. 2 ABGB normierten starren Mindestaltersabstand für verfassungswidrig erklärt. Und das ZGB, dessen Adoptionsregelungen erheblich von denen des BGB abweichen, soll im Hinblick auf die Altersgrenzen reformiert werden. Dazu wurde ein Vorentwurf entwickelt, der insgesamt an geringere Voraussetzungen anknüpft und sich dafür ausspricht, die Höchstaltersgrenze gesetzlich zu regeln. Die Erörterung dieser Fragen soll den deutschen Gesetzgeber zum Nachdenken anregen: Aus Gründen der Rechtssicherheit und Rechtsklarheit kann es auch in Deutschland angebracht sein, den Mindest- und Höchstaltersabstand gesetzlich zu normieren, damit die Adoptionsvermittlungsstellen nicht mehr von starren Altersgrenzen Gebrauch machen.

I.  Rechtslage in der Schweiz

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