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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

Series:

Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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In Spuren gehen. Goethes Werther, Foscolos Ortis und Soutsos’ Leandros (Stefan Lindinger / Maria Sgouridou)

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Stefan Lindinger1, Maria Sgouridou2

In Spuren gehen. Goethes Werther, Foscolos Ortis und Soutsos’ Leandros

Abstract: In this essay, we discuss the relation between three epistolary novels –Goethe’s Die Leiden des jungen Werther (1774), Foscolo’s Le Ultime lettere di Jacopo Ortis (1802), and Soutsos’ O Leandros (1834). Focusing on the issue of imitation – both the Italian and the Greek texts had been accused of copying their respective predecessor(s) – we investigate their claims of originality and innovation within national literature, but also within world literature.

1836 erschien Karl Immermanns Bildungsroman Die Epigonen, der sich unverkennbar und bewusst an Goethes Wilhelm Meister anlehnt, ein Buch, das schon bald nach seinem Erscheinen zum Musterbild dieser Gattung avanciert war. In Immermanns Werk fällt ein Satz, welcher die Befindlichkeit vieler deutscher Literaten der ‚nachklassischen‘ Jahrzehnte des 19. Jahrhunderts auf den Punkt bringt:

Wir sind, um in einem Worte das ganze Elend auszusprechen, Epigonen, und tragen an der Last, die jeder Erb- und Nachgeborenschaft anzukleben pflegt. Die große Bewegung im Reiche des Geistes, welche unsre Väter von ihren Hütten und Hüttchen aus unternahmen, hat uns eine Menge von Schätzen zugeführt, welche nun auf allen Markttischen ausliegen. Ohne sonderliche Anstrengung vermag auch die geringe Fähigkeit wenigstens die Scheidemünze jeder Kunst und Wissenschaft zu erwerben. Aber es geht mit geborgten←69 | 70→ Ideen, wie mit geborgtem Gelde, wer mit fremdem Gute leichtfertig wirtschaftet, wird immer ärmer. Aus dieser Bereitwilligkeit der himmlischen...

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