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Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

Series:

Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

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Orientalismus – Ozeanismus – Pazifikismus. Fokusverschiebungen aus postkolonialer Perspektive (Thomas Schwarz)

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Thomas Schwarz1

Orientalismus – Ozeanismus – Pazifikismus. Fokusverschiebungen aus postkolonialer Perspektive

Abstract: This essay deals with a shift of focus from Orientalism to Pacificism; it opens up studies on the South Seas to a postcolonial critique of the imperial discursive construction of the Pacific Rim. It includes a discussion of relevant German literature, creating poetic connecting routes into and across the Pacific Ocean.2

Bereits Edward Said hat die Forderung aufgestellt, den Orientalismus in einem erweiterten Kontext zu betrachten, der auch Louis Antoine de Bougainvilles und James Cooks pazifische Entdeckungsreisen berücksichtigt. Die Erweiterung des Horizonts bis in den Pazifik hinein habe Europas diskursive Position des privilegierten kulturellen Zentrums befestigt (Said, 117). Im Anschluss an Said ist eine postkoloniale Kritik am imperialen Ausgreifen auf den Pazifik immer auch eine Auseinandersetzung mit den Rückwirkungen dieses Prozesses auf die europäische Kultur.

In der postkolonialen Kulturwissenschaft und in der interkulturell ausgerichteten Germanistik zeichnet sich derzeit eine Fokusverschiebung ab, die zunehmend auch die Besonderheiten der diskursiven Konstruktion des Pazifiks in den Blick nimmt. In den USA hat sich diese Tendenz in einer transpazifischen Wende niedergeschlagen (Hoskins/Nguyen). Mit dem diskursiven Machtnetz, das sich über den Pazifik spannt, sind neben amerikanischen auch andere Vektoren verknüpft, seien es britische oder französische, japanische oder chinesische, und nicht zuletzt deutsche. Es war ein in der britischen Kronkolonie Hongkong lebender,←143 | 144→ deutscher Missionar namens Ernst Johann Eitel, der im Jahr 1895 festhielt, dass sich der Dreh- und Angelpunkt des globalen...

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