Show Less
Restricted access

Turns und kein Ende?

Aktuelle Tendenzen in Germanistik und Komparatistik

Series:

Edited By Elke Sturm-Trigonakis, Olga Laskaridou, Evi Petropoulou and Katerina Karakassi

Der Band setzt sich kritisch mit «Cultural Turns» allgemein auseinander und lotet deren Anwendungsmöglichkeiten vom «post-imperial», über den «ecocritical» bis hin zum «economical turn» aus. Dabei zeigt sich das innovative Potenzial der Turns, aber auch die Notwendigkeit, sie epistemisch in den Einzeldisziplinen zu verankern. Die Symbiose der «Cultural Turns» mit Literaturwissenschaft und Komparatistik scheint etabliert zu sein. Transdisziplinarität und Kombinationen wie «Postkoloniale Germanistik» sind selbstverständlich, und die Komparatistik untersucht Diachronie und Synchronie von jeglichen Wissenssystemen. Die Beiträger nehmen sich den Umstand, dass sich Einzelphilologien und Komparatistik unter dem Vorwurf der Orientierungslosigkeit dennoch in einer Dauerkrise befinden, zum Anlass für eine Bestandsaufnahme.

Show Summary Details
Restricted access

Turn innerhalb des Turns? Der ‚neue‘ Gedächtnisdiskurs und die Verarbeitung von traumatischer Vergangenheit in der zeitgenössischen Bürgerkriegsliteratur (Ioannis Pangalos)

Extract

Ioannis Pangalos1

Turn innerhalb des Turns? Der ‚neue‘ Gedächtnisdiskurs und die Verarbeitung von traumatischer Vergangenheit in der zeitgenössischen Bürgerkriegsliteratur

Abstract: The essay analyses novels of the new millennium that retrospectively deal with the Greek (1946–1949) and the Spanish (1936–1939) civil wars under the prism of memory theories. The notion of postmemory – in a modified version – plays a key role in our scrutiny as well as those of „integrative memory“ (integratives Gedächtnis) and „memory of alterity“ (Erinnerungsalterität).

Eine der folgenreichsten Wenden in den Literatur- und Kulturwissenschaften der letzten Jahrzehnte stellt die Beschäftigung mit dem Gedächtnisdiskurs bzw. mit der Gedächtnisforschung dar (memory turn). In der Analyse literarischer Werke, die den griechischen (1946–1949) und den spanischen (1936–1939) Bürgerkrieg thematisieren, wird in diesem Beitrag die Relevanz von gedächtnistheoretischen Begriffen wie kollektives, kommunikatives, kulturelles Gedächtnis, traumatische Vergangenheit usw. für die Vergleichende Literaturwissenschaft erprobt. Seit ungefähr Anfang des neuen Millenniums manifestiert sich in der Literaturproduktion beider Länder eine differenziertere Auseinandersetzung mit der Periode der Bürgerkriege, die auf eine Überwindung der starren politischen Gegensätze und der Opferkonkurrenzen hinweist: Es wird eine Brücke zwischen Vergangenheit und Gegenwart geschlagen, die Generationenproblematik tritt in den Vordergrund, der Schmerz des Anderen wird anerkannt, der Erinnerungsvorgang wird thematisiert. In diesem Kontext spielt eine modifizierte Version des bereits etablierten Begriffs der postmemory eine wichtige Rolle, aber es werden auch ‚neue‘ Termini wie z. B. „integratives Ged...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.