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Deutsche Sprachkomik

Ein Überblick für Übersetzer und Germanisten

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Rainer Kohlmayer

Der Autor stellt den Humor der deutschen Sprache und Kultur auf den Prüfstand. Anhand von Beispieltexten und Interpretationen gibt er Einblicke in die Höhepunkte der Sprachkomik vom Mittelalter bis heute. Neben Klassikern wie Eulenspiegel, Heine, Büchner, Nestroy, Loriot, Gernhardt stehen ungewöhnliche Beispiele wie Wittenwilers Ring oder die ironische NS-Kritik, die Sander in seine Wilde-Übersetzung hineinschmuggelte. Der Autor vergleicht und kritisiert die Komiktheorien Bergsons und Freuds, erläutert die linguistischen Witztheorien und bricht eine Lanze für Zijdervelds These, Komik sei eine Form des gewaltlosen Widerstands. Der Schlussteil bringt vier kommentierte Beispiele für die Übersetzung von sprachspielerischen Texten aus dem Englischen und Französischen ins Deutsche.

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11. Kapitel. Lebensphilosophische Theorie: Henri Bergson

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Abstract: Bergson outlines five universal features of humour: 1) it is human; 2) it appeals to the intellect; 3) it is a group phenomenon; 4) it is mechanical, as opposed to the fluidity of life; 5) it is a bodily event. He then defines the mechanics of situational, verbal, and character humour. Bergson’s ideas about translation are discussed. His definition of the social function of humour as social punishment is repealed.

Bergsons Cartesianisch klares und oft brillant formuliertes Buch Le rire (1900) führt in den Kern der funktionalen wie der strukturellen Komik, wenn auch die sozialen Aussagen Bergsons inzwischen fragwürdig geworden sind. Frankreich hat mit Molière nicht nur den größten Komödienschreiber seit der Antike hervorgebracht, sondern auch den ersten Philosophen, der die Molièresche Komik philosophisch analysiert und treffende Erklärungen dafür gefunden hat. Bergsons Unterscheidung der drei Arten der Komik (Situation, Sprache, Charakter) sowie der verschiedenen komischen Techniken bzw. Mechanismen sind auch heute noch für Germanisten und Literatur-Übersetzer relevant.

Bergsons Buch Das Lachen (1988) enthält drei etwa gleich lange Kapitel. Im ersten behandelt er die Komik im Allgemeinen, womit die universalen Merkmale des Komischen gemeint sind; im zweiten die Situationskomik und die Wortkomik, im dritten die Charakterkomik.

Das erste Kapitel enthält folgende Hauptgedanken:

1. Komik ist menschlich.

2. Zur Komik gehört eine gewisse Empfindungslosigkeit, sie ist eine Sache des reinen Intellekts. Bergson prägt für...

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