Show Less
Restricted access

Abweichungen von der kommunikativen Hauptaufgabe im Polizeinotruf 110

Zu Funktion und Inhalt von Quaestio-Nebenstrukturen

Series:

Nea Auhtola

Die Autorin zeigt anhand des psycholinguistischen «Quaestio»-Begriffs, dass Notrufe auf einer kommunikativen Aufgabe beziehungsweise «Quaestio» beruhen. Wird diese kommunikative Aufgabe zeitweilig unterbrochen, geschieht dies unter der Prämisse, dass die Gesprächsteilnehmer darauf verzichten, unter Zeitdruck das Gespräch möglichst schnell abzuschließen. Das Buch untersucht, welche Funktionen solche Redesequenzen im Notruf übernehmen und welche Sachverhalte außerhalb der «Hauptquaestio» kommuniziert werden. Die Gesprächsteilnehmer nutzen Nebenstrukturen, die die kommunikative Hauptaufgabe nicht direkt beantworten, als ein geeignetes Werkzeug zur Vermittlung zusätzlicher einsatzbezogener Informationen.

Show Summary Details
Restricted access

2 Der Notruf als Gegenstand der Soziologie, Kommunikationsforschung und Linguistik

Extract

2 Der Notruf als Gegenstand der Soziologie, Kommunikationsforschung und Linguistik

Abstract: This study is grounded on the psycholinguistic quaestio theory, which has been applied in the text and conversation linguistics for the past thirty years. This is rather a novel background in the current emergency call research, since the previous research mainly focussed on the structural features and clinical consequences of emergency calls.

Dieses Hauptkapitel setzt sich das Ziel, die bisherige Forschungstradition im Bereich von Notruftelefonaten zu beleuchten. Im Unterkapitel 2.1 werden Forschungstendenzen sowohl innerhalb der Polizeiinstitution als auch in der Rettungsmedizin erläutert. Das Kapitel 2.2 nähert sich dem Notruf als Telefonkommunikation: Es werden Aspekte technisch vermittelter Kommunikation und die Rolle des Notrufs als potenzielle kommunikative Praktik erläutert. Außerdem werden Probleme und Missverständnisse in der Telefon- und Notrufkommunikation beleuchtet, wobei die mobile Telefonie in der Notfallmeldung sowie die Multimodalität der Leitstellenarbeit in eigenen Subkapiteln besprochen werden. Kapitel 2.3 beschreibt den Notruf als institutionelle Interaktion mit ihren spezifischen Merkmalen und Einschränkungen. Das darauffolgende Subkapitel 2.4 widmet sich weiteren linguistisch-soziologischen Forschungsergebnissen zu den Umständen und Anlässen, den Teilnehmern und Leitstellen und zum Sprachgebrauch bei der Notfallmeldung. Während die Kapitel 2.2 und 2.3 technisch-strukturelle Prinzipien ans Licht bringen, werden im Kapitel 2.4 nun auch die Teilnehmer und die Situationen der Notfallmeldung erörtert. Somit wird der Notruf in seinem Gesamtkontext betrachtet, ohne auf sprachlich-technische Leistungen reduziert zu werden.

2.1 Notrufe innerhalb der Polizeiinstitution und in der Rettungsmedizin...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.