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Abweichungen von der kommunikativen Hauptaufgabe im Polizeinotruf 110

Zu Funktion und Inhalt von Quaestio-Nebenstrukturen

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Nea Auhtola

Die Autorin zeigt anhand des psycholinguistischen «Quaestio»-Begriffs, dass Notrufe auf einer kommunikativen Aufgabe beziehungsweise «Quaestio» beruhen. Wird diese kommunikative Aufgabe zeitweilig unterbrochen, geschieht dies unter der Prämisse, dass die Gesprächsteilnehmer darauf verzichten, unter Zeitdruck das Gespräch möglichst schnell abzuschließen. Das Buch untersucht, welche Funktionen solche Redesequenzen im Notruf übernehmen und welche Sachverhalte außerhalb der «Hauptquaestio» kommuniziert werden. Die Gesprächsteilnehmer nutzen Nebenstrukturen, die die kommunikative Hauptaufgabe nicht direkt beantworten, als ein geeignetes Werkzeug zur Vermittlung zusätzlicher einsatzbezogener Informationen.

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6 Rückschau und Ausblick

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6 Rückschau und Ausblick

Abstract: There do exist subsidiary structures aside from the main quaestio of an emergency call. In this manner, the speakers are equipped with a simple medium to communicate essential facts about each emergency, although this further information doesn’t answer the communicative task. This can be taken into consideration e.g. in the education of call-takers.

6.1 Zusammenfassung

Deutschsprachige Untersuchungen zu Notrufen sind in erster Linie in anderen Wissenschaftsdisziplinen als in der Linguistik erschienen. Wie im Kapitel 2 festgestellt wurde, ist vor allem der deutschsprachigen rettungsmedizinischen Forschung hier eine führende Stellung zuzuschreiben. Obschon sich etliche rettungsmedizinische Studien auch mit der gesprächswissenschaftlichen Tradition überschneiden, legt u. a. die teilweise inkorrekte Verwendung linguistischer Begriffe nahe, dass eine engere interdisziplinäre Kooperation in der Notrufforschung angebracht ist.

Frühere Pilotstudien (vgl. Auhtola 2014a, 2015) kommen, wie auch die vorliegende Arbeit, zu dem Schluss, dass die Telefongespräche im vorhandenen Korpus zusätzlich zu quaestiotreuen Handlungen auch Nebenstrukturen beinhalten, die mit der jeweiligen institutionellen Hauptquaestio des Notrufs zumindest nicht unmittelbar zusammenhängen. Das Ziel der empirischen Analyse war es, diese Nebenstrukturen systematisch zu erfassen, zu klassifizieren und sie unter der Fragestellung zu analysieren, warum sie überhaupt zustande kommen, zumal Notrufe in einem sehr eng gefassten institutionellen Kontext geführt werden. Letzten Endes ist der Interaktionskontext für den Anrufer oft weniger institutionell als für die Disponenten, und in dieser Asymmetrie steckt zumindest teilweise das Potenzial für den Vollzug von...

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