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Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

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Das Patriziat der Reichsstadt Kempten

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Franz-Rasso Böck

Since 1289 juridically free imperial city, Kempten had to fight till 1525 to gain the actual independence from the prince-abbot who was town lord before. The later also confessional contrast remained decisive, until Kempten became part of Bavaria in 1802. In spite of the competition, the town succeeded in developing the institutions of office of mayor and a patriciate which also organised in the „Müßiggengelzunft“.

Die Geschichte Kemptens als eines „elliptisch gleichsam in zwei Brennpunkten“ angelegten Raumes spiegelt sich im Dualismus von Fürststift und Reichsstadt wider und stellt einen Sonderfall mit stets reizvoller Herausforderung für die Forschung dar. In Kempten haben wir das historische Kuriosum einer Doppelherrschaft: Über Jahrhunderte gab es hier auf engstem Raum die Nachbarschaft zweier politischer Gemeinwesen, zweier Reichsstände, nämlich des Fürststifts und der Reichsstadt Kempten, deren Verhältnis zwischen offener Feindschaft, Koexistenz und teilweiser Kooperation wechselte.1 Die politischen und wirtschaftlichen Gegensätze erhielten durch den Bauernkrieg – das Fürststift Kempten war einer der Brennpunkte des Aufstandes – und die Reformation eine zusätzliche Ausprägung. Seit 1289 war Kempten durch einen Freibrief König Rudolfs I. von Habsburg zwar de iure reichsfrei, blieb aber tatsächlich eine „höchst unfreie Reichsstadt“2, in deren Mauern weiterhin der Fürstabt das Sagen hatte. Erst durch den „Großen Kauf“ 1525, als die Stadt ← 189 | 190 →die im Bauernkrieg bedrängte Lage des in ihre Mauern geflüchteten Fürstabtes nutzte und dessen letzte Rechte in...

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