Show Less
Restricted access

Patrizier – Wege zur städtischen Oligarchie und zum Landadel

Süddeutschland im Städtevergleich. Unter Mitarbeit von Marc Holländer

Edited By Wolfgang Wüst

Die Beiträge dieses Tagungsbandes untersuchen das Phänomen der Patrizier auf dem Weg zur städtischen Oligarchie und zum Landadel. Der Schwerpunkt liegt auf der Stadt Nürnberg, wobei auch die Führungsschichten anderer süddeutscher Städte betrachtet werden. Mit Hilfe der komparatistischen Methode und damit dem Vergleich als landeshistorischer Tradition beleuchten und definieren die Beiträger den Begriff der «Patricii» als Bezeichnung der Geschlechter kritisch, wobei sie auch auf die mittelalterliche Bezeichnung der «Herren» und «vornehmen Geschlechter» eingehen.

Show Summary Details
Restricted access

Das Ulmer Patriziat

Extract

Stefan Lang

More than 500 years the patricians of the imperial city Ulm formed the history of their hometown and the surrounding district. Members of only a few families mainly directed the urban policy and represented their leading social role, but also acted as generous donators and sponsored the cultural appearance of the city. Furthermore they reigned over own small territories around Ulm, which were directly subordinated to the Emperor.

Betritt man den Innenraum des Ulmer Münsters, so fallen bereits nach einigen Metern die bunten und wappenreichen Totenschilde auf, die an den Wänden der Langschiffe, den mächtigen Pfeilern, im Chor und in den verbliebenen Kapellen des gewaltigen Kirchenbaus hängen. Mit diesen Schilden, von denen heute noch etwa 140 Exemplare erhalten sind, verewigte sich der Ulmer Stadtadel, die „Geschlechter“ oder später „Patrizier“, vom 14. bis zur Mitte des 18. Jahrhunderts im Wahrzeichen der Stadt. Die Gestaltung variiert dabei von den hochformatigen gemalten Holztafeln des Spätmittelalters über die kreisrunden Schilde des 16. Jahrhunderts bis hin zu den üppig figuren- und dekorreichen Exemplaren der Barockzeit. Den letzten Totenschild erhielt übrigens der 1738 von seinem Amtskollegen Albrecht Harsdörffer am Schreibtisch erschossene Bürgermeister Marx Christoph Besserer – das wohl prominenteste Mordopfer des reichsstädtischen Ulms.2← 197 | 198 →

Abb. 30: Totenschild des Ulmer Patriziers Anton Schermar (1604–1681). Bildnachweis: Autor.



Doch nicht nur die Totenschilde und einige stattliche Grabsteine zeugen von der Bedeutung des Patriziats für die Reichsstadt,...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.