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„… in tausend schimmernden Klangfarben …“

Glanz und Schatten der gitarristischen Virtuosität im 19. Jahrhundert – eine Untersuchung der Spielpraxis

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Leila Gudlin

Die gitarrenbezogene historische Auffassung der Virtuosität sowie die Verbalisierung spielpraktischer Ansätze aus dem 19. Jahrhundert sind die Hauptthemen dieses Bandes. Die Untersuchung der Virtuosität basiert auf einer vergleichenden Analyse zwischen Bearbeitungen und deren Vorlagen, welche durch das Heranziehen von Gesangslehrbüchern, Instrumentalschulen und Konzertberichten ergänzt wird. Der Klang und die unterschiedlichen Klangkonzepte wie z. B. die musikalische Gestaltung mit Klangfarben oder das instrumentale Singen bilden den Kern der gitarristischen Virtuosität und werden praxisnah dargelegt.

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3 „Traité d’instrumentation et d’orchestration“

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Angesichts der Diskussionen über die gitarristische Virtuosität, suchen Gitarrenvirtuosen nach Strategien, um ihr Instrument in der virtuosen Musik zu etablieren. Neben den bautechnischen Veränderungen bemühen sich die Gitarristen um die Anerkennung der Virtuosität der Gitarre durch eine intensive Auseinandersetzung mit Klang und Klangfarbe. Die Autoren von Gitarrenschulen beschäftigen sich umfassend mit dem Klang. Obwohl er nicht immer ausdrücklich behandelt wird, spricht das Interesse für die Spieltechnik der rechten Hand Bände, weil diese große Auswirkungen auf die Klangbildung hat. Darüber hinaus ist der Klang in den Rezensionen von Gitarrenkonzerten als Lob oder Kritikpunkt allgegenwärtig, wodurch seine entscheidende Rolle in der Spielpraxis bestätigt wird.

Die Behandlung des Klanges und seine wissenschaftliche Rekonstruktion sind nicht unproblematisch. Es handelt sich um einen schwer fassbaren Aspekt der Musik. Die Quellen zeigen, dass bereits in der allgemeinen Klangauffassung eine Vielfalt von Gestaltungsmöglichkeiten besteht. Sie werden in Abschnitt 3.1 aufgegriffen. Der Abschnitt 3.2 illustriert die Nähe, die in Bezug auf den Klang zwischen Gitarre und Pianoforte besteht. Diese Nähe offenbart sich sowohl in der allgemeinen Klangwahrnehmung als auch in den Möglichkeiten, den Klang zu verändern. Durch den Vergleich mit dem Pianoforte werden Parallelen aufgezeigt, welche eine Horizonterweiterung ermöglichen und das Phänomen Klang begreifbar machen. Auf diese Weise können Klangaspekte besprochen werden, für die in Gitarrenschulen keine oder nur spärliche Informationen vorhanden sind. Die Quellen, die sich auf den Klang des Pianofortes...

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