Show Less
Restricted access

Beiträge zum Islamischen Recht XII

Series:

Edited By Silvia Tellenbach and Thoralf Hanstein

Der von der «Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht» (GAIR) veröffentlichte Band ging aus der Jahrestagung der Gesellschaft im Oktober 2016 in Freiburg am Max-Planck-Institut für ausländisches und internationales Strafrecht hervor. Die Vorträge liegen nun ergänzt um zwei weitere, themenrelevante Beiträge publiziert vor. Die Artikel beschäftigen sich schwerpunktmäßig mit dem islamischen Strafrecht im Iran und in Pakistan, vor allem mit Bezug zum Religionsstrafrecht (Lästerung und Schmähung von als geheiligt geltenden Personen oder Gegenständen) und Sexualstrafrecht (Ehebruch, Homosexualität und Vergewaltigung). Hinzu kommen Untersuchungen zu Strafzwecken im schiʻitischen Strafrecht, zur Auslegung der Scharia im Islamischen Staat (IS) und zur Iranischen Rechtsanwaltskammer.

Show Summary Details
Restricted access

Vorwort der Herausgeber

Extract



Zum ersten Mal seit 13 Jahren1 befasste sich die Jahrestagung der Gesellschaft für Arabisches und Islamisches Recht (GAIR) e. V. wieder mit Strafrecht. In den weitaus meisten muslimischen Ländern ist heute ein Strafrecht europäischer, meist französischer Provenienz in Kraft. Es gibt jedoch einige Länder, in denen islamisches Strafrecht gilt, von Afghanistan und Pakistan im Osten über Saudi-Arabien, die VAE, Jemen, Sudan, Libyen bis Mauretanien und Nigeria im Westen. Der Stand der Kodifizierung des islamischen Strafrechts ist in diesen Ländern sehr unterschiedlich. Während es z. B. in Iran weitgehend in Gesetzesform gefasst ist, verweisen Afghanistan und die VAE am Anfang ihrer Strafgesetzbücher in einer Generalklausel darauf, dass ḥadd, qiṣāṣ und diya, also das islamische Kernstrafrecht, nach islamischem Strafrecht zu verhängen ist – Afghanistan präzisiert sogar: nach der hanefitischen Schule – und sich das Strafgesetzbuch nur auf die Straftaten beschränkt, die mit ta‘zīr-Strafen zu bestrafen sind. Saudi-Arabien hat bis heute noch kein kodifiziertes Strafgesetzbuch; es gibt zwar einige als niẓām (Pl. anẓima) bezeichnete staatliche Normen mit nebenstrafrechtlichen Bestimmungen, in weiten Bereichen hat der Richter jedoch sein Urteil aus den Schriften und Fatwas hanbalitischer Rechtsgelehrter zu erarbeiten. Weitere Staaten haben die Bestimmungen zum islamischen Strafrecht in ein Strafgesetzbuch eingefügt, das im Großen und Ganzen dem Aufbau europäischer Gesetze folgt (z. B. Mauretanien) oder besondere Gesetze neben dem Strafgesetzbuch geschaffen hat (z. B. Libyen) oder beides (z. B. Pakistan). Auch die Möglichkeiten, Material zur Arbeit...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.