Show Less
Restricted access

Die Rolle des Ein-Platz-Prinzips in der Autonomie der Sportfachverbände

Eine Untersuchung der exklusiven Organisationsstrukturen im Sport

Series:

Paul Fischer

Sind das Ein-Platz-Prinzip und die daraus resultierenden exklusiven Organisationsstrukturen im Sport als gegeben hinzunehmen? – Dieser Frage geht der Autor dieses Bandes nach. Er untersucht das Ein-Platz-Prinzip, das in nahezu jeder Sportart die Verbandsstrukturen von der internationalen bis hin zur regionalen Ebene prägt. Neben der Ein-Platz-Regelung stellt er auch die Teilnahmeverbote der Sportfachverbände auf den Prüfstand. Die zentralen Erkenntnisse gewinnt er, indem er den Kerninhalt der Autonomie der Sportfachverbände bestimmt und diesen allein in den für den Wettkampfsport notwendigen Regelungen sieht.

„Eine fulminante Entzauberung der Ein-Platz-Regel" – Professor Dr. Dr. h.c. Michael Kubiciel via Twitter

Show Summary Details
Restricted access

§ 10: Ausblick

Extract

§ 10: Ausblick

Die vorliegende Untersuchung ist kein Plädoyer für Verbandspluralität im Rahmen der Organisation einer Sportart.

Zwar ermöglicht es die Organisationsautonomie der Sportfachverbände nicht, das Ein-Platz-Prinzip und die bestehende monopolistische Struktur für die Organisation einer Sportart wirksam einzufordern und abzusichern. Das heißt aber nicht, dass deshalb Verbandspluralität für die Wettkampforganisation einer Sportart notwendig wäre.

Vielmehr sprechen praktische,700 psychologische701 und politische702 Gründe dafür, dass die meisten Sportarten auch ohne die satzungsrechtlichen Absicherungsmechanismen in einer einzigen, einheitlichen Organisationsstruktur eingebettet bleiben,703 nicht zwingend über die klassische Verbandspyramide,←217 | 218→ sondern eher über vertragliche Kooperationsvereinbarungen mit etwaigen aufkommenden Konkurrenzorganisationen.704

Allerdings schwindet gerade vor dem Hintergrund der insbesondere in den letzten Jahren immer mehr zutage getretenen Skandale im verbandsmäßig organisierten Sport das Vertrauen der Öffentlichkeit und der Politik dahin gehend, dass die monopolistischen Sportfachverbände mit dem wertevermittelnden Gut „Sport“ verantwortungsvoll umgehen.705 Es ist abzusehen: Entweder regulieren sich die Sportfachverbände selbst oder sie werden von staatlicher Seite reguliert, was von noch intensiverer gerichtlicher Kontrolle über gesetzliche Einschränkungen der Organisationsautonomie bis hin zur Wettkampforganisation unter staatlicher Aufsicht reichen kann.706

Selbstregulierung bedeutet im Wesentlichen den maßvollen Umgang707 der Sportfachverbände mit ihrer Organisationsautonomie. Das heißt erstens, dass sich←218 | 219→ die Sportfachverbände auf ihren ursprünglichen Zweck rückbesinnen müssen, um so die innere Rechtfertigung ihrer Autonomie zu erkennen, und zweitens, dass sie ihre Befugnis zur...

You are not authenticated to view the full text of this chapter or article.

This site requires a subscription or purchase to access the full text of books or journals.

Do you have any questions? Contact us.

Or login to access all content.