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Komparative Ästhetik(en)

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Edited By Ernest W.B. Hess-Lüttich, Meher Bhoot and Vibha Surana

Dieses Buch zu Komparatistischen Studien im Bezirk von Ästhetik, Text- und Kulturwissenschaften widmet sich im Rahmen der interkulturellen Germanistik den Beziehungen nicht nur zwischen Literaturen, sondern auch zwischen anderen Künsten (Malerei, Bildhauerei, Musik, Film, TV) oder zwischen Gattungen (Drama, Prosa, Lyrik, Oper, Tanz, TV-Formate, Blogs), zwischen ‚alten‘ und ‚neuen‘ Medien (Buch/Hörbuch, Literatur/Film, Roman/Drehbuch, Fantasy Genres/Computer Games). Der ästhetische Erkenntnisgewinn lässt sich aus komparatistischer Perspektive noch erweitern, wenn germanistische Ansätze in Afrika, Amerika, Asien, Australien zur Analyse künstlerischen Schaffens in Sprache, Literatur, Medien in Bezug gesetzt werden mit dem Ziel der Entwicklung einer Pluralität von Perspektiven auf Gegenstände ‚Komparativer Ästhetik(en)‘.

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Cusanus' Erkenntnismodell als Denkfigur für komparative Ästhetiken (Stephan Mühr)

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Stephan Mühr (Pretoria)

Cusanus' Erkenntnismodell als Denkfigur für komparative Ästhetiken

In this paper, some figures of thought from the work De beryllo of Nicholas of Cusa will be recapitulated in order to indicate his relevance for comparative aesthetics. The interest in Cusanus is legitimized by the fact that his works precede the modern expulsion of aesthetics from the sciences. Thus, they contain terms such as evidence or similarity, whose meaning may be forgotten, yet can be relevant. They allow, on the one hand, relativizing the narrowness of comparative literature with regards to their fundamental operations of identification and differentiation. On the other hand, they allow reactivating aesthetic perception as praxis of intellectual perspection (intellectualis visio) beyond the romantic cult of immediacy.

In diesem Beitrag wird auf einige Denkfiguren aus dem Werk De beryllo von Nicolaus Cusanus zurückgegriffen, um auf seine Aktualität für komparative Ästhetiken hinzuweisen. Das Interesse an Cusanus legitimiert sich dadurch, dass seine Werke der neuzeitlichen Dynamik der Ausweisung der Ästhetik aus den Wissenschaften vorausliegen und sie dadurch ein heute verdecktes Verständnis von etwa Evidenz oder Ähnlichkeit enthalten. Sie erlauben, einerseits die Engführung der Komparatistik in eine Operation von Identifizierungs- und Differenzleistungen zu relativieren, andererseits die Praxis ästhetischer Wahrnehmung als intellektuelle Anschauung (intellectualis visio) jenseits eines romantischen Unmittelbarkeitskults zu erfassen.

1 Einleitung

Die europäische Neuzeit sieht den Aufstieg und Fall einer Normästhetik und den Prozess des Ausschlusses der von Subjektivit...

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