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Across Borders: Essays in 20th Century Russian Literature and Russian-Jewish Cultural Contacts. In Honor of Vladimir Khazan

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Edited By Lazar Fleishman and Fedor B. Poljakov

The volume consists of 27 essays dedicated to Vladimir Khazan, the leading specialist in Russian-Jewish relationship and in the study of 20th century Russian literature. The essays deal with Blok, Bely, Akhmatova, Babel, Jabotinsky, Remizov, and Nabokov. The volume introduces unknown documents and facts that elucidate new aspects of Polish-Russian, German-Russian, Russian-Baltic, and Russian-French literary contacts, reveal unknown details about post-Stalinist Soviet "samizdat" and the story of publication of Pasternak’s "Doctor Zhivago". Among the contributors are such distinguished scholars as Konstantin Azadovsky, Oleg Budnitskii, Stefano Garzonio, Mirja Lecke, Leonid Livak, Magnus Ljunggren, Paolo Mancosu, Piotr Mitzner, Boris Ravdin, and Roman Timenchik

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„Die Werkstatt des Wunders“: Alexander Eliasberg und die ostjüdische Literatur

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Carmen Sippl

Universität Wien







… Особенный, еврейско-русский воздух…Блажен, кто им когда-либо дышал. Dovid Knut.



Der Graben ist tief: In „ein starkes, schlichtes Deutsch,“1 „ein abgerundetes, stilvolles Deutsch“2 habe Alexander Eliasberg die chassidischen Sagen übertragen. Anderenorts wird ihm dagegen „das niedere sprachliche Niveau landläufiger Reportergeschichten“3 und seiner Übersetzung, „seelenlos zu werden und kalt,“4 attestiert, Eliasberg selbst gar als „unerwünschter Übersetzer“5 diffamiert. Die hier angedeutete Auseinandersetzung um die Qualität von Übersetzungen aus dem Jiddischen ins Deutsche hatte sich u. a. an dem Werk Sagen polnischer Juden entzündet, die Alexander Eliasberg ausgewählt und übertragen und 1916 in der Ostjüdischen Bibliothek des Verlages Georg Müller in München herausgebracht hat.

Im folgenden Beitrag soll die Übersetzungsleistung Alexander Eliasbergs (1878 – 1924) nicht aus linguistischem6 oder übersetzungstheoretischem7 ←137 | 138→Blickwinkel, sondern biobibliografisch-deskriptiv8 beleuchtet werden. Der kulturelle Dialog, in dessen Dienst sich Eliasberg stellt, umfasst die Räume Minsk, Moskau und München; jeder dieser Räume stellt für sich ein kulturelles Zentrum dar. Die große Belobigung respektive die harsche Kritik, die seine Übersetzungen aus dem Jiddischen erfahren, zeigen Eliasberg – räumlich gesprochen – an der Grenze angesiedelt. „Der Begriff der Grenze“, schreibt Jurij Lotman, „ist ambivalent: Einerseits trennt sie, andererseits verbindet sie. Eine Grenze grenzt immer an etwas und gehört folglich gleichzeitig zu beiden benachbarten Kulturen, zu beiden aneinandergrenzenden Semiosphären.“9 In Eliasbergs Fall – als russisch-jüdischer Übersetzer...

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